Stuttgart entlässt Baur - Rückkehr zum DHB?

Markus Baur betreute den TVB Stuttgart seit 2016

Der abstiegsbedrohte Handball-Bundesligist TVB Stuttgart und Trainer Markus Baur haben sich mit sofortiger Wirkung getrennt. Dies teilte der TVB am Sonntag mit.

Bis auf weiteres übernimmt Geschäftsführer Jürgen Schweikardt den Trainerposten. Stuttgart hat die letzten zehn Bundesligaspiele verloren und als Tabellen-16. nur noch zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze.

Weil "das Ziel Klassenerhalt in Gefahr ist, haben wir uns gemeinsam mit Markus Baur dazu entschieden, die Zusammenarbeit zu beenden", begründete Christian May, Sprecher der Gesellschafter der TVB 1898 Handball GmbH & Co. KG, den Schritt. Die Lösung mit Schweikardt, der das Team 2015 in die Bundesliga geführt hatte, sei "aufgrund der Kurzfristigkeit naheliegend. Er kennt die Mannschaft und das Umfeld bestens".

Überraschender Klassenerhalt

2007-Weltmeister Baur war seit Sommer 2016 Trainer des TVB und erreichte in der vergangenen Saison dank einer starken Rückrunde mit 23 Punkten den Klassenerhalt.

"Die Zusammenarbeit und der Austausch mit den Verantwortlichen des TVB war stets respektvoll und zielgerichtet. Ich wünsche dem TVB und seinen Fans für die weiteren Spiele viel Erfolg und den Klassenerhalt", sagte Baur.

Der 46-Jährige war vor seiner Tätigkeit in Stuttgart ebenfalls vier Jahre lang als Junioren-Bundestrainer aktiv, galt sogar als einer der Favoriten auf die Nachfolge von Dagur Sigurdsson, als dieser nach der WM 2017 seinen Hut als Trainer der "Bad Boys" nahm.

Rückkehr zum DHB?

Kehrt Baur nun zum DHB zurück? Gegen 16 Uhr soll am Montag auf einer Pressekonferenz die Entscheidung über die Zukunft des noch amtierenden Bundestrainers Christian Prokop verkündet werden, der nach dem frühen Aus bei der diesjährigen EM in die Kritik geraten war.

Zwar ist offiziell von einer "ergebnisoffenen Diskussion" die Rede, doch die Zeichen stehen dreieinhalb Wochen nach dem ernüchternden Hauptrunden-Aus auf Trennung. "Christian Prokop zu halten – das ist überaus schwierig", sagte Liga-Präsident Uwe Schwenker den Lübecker Nachrichten.