Stuttgart dank Korkut weiter im Höhenflug

Tayfun Korkut feiert Stuttgarts Siegtreffer gegen Eintracht Frankfurt

Vor drei Wochen noch verteufelt, jetzt euphorisch gefeiert: Beim VfB Stuttgart ist die Welt trotz Minimalistenfußball wieder in Ordnung - dank Tayfun Korkut. Der 43-Jährige, der bei seiner Amtsübernahme am 29. Januar heftig angefeindet wurde, hat es in kurzer Zeit geschafft, die Stimmung bei den Schwaben komplett zu drehen.

"Wir sind alle glücklich. Das tut enorm gut", sagte Erik Thommy, der mit seinem Treffer (13.) das umjubelte 1:0 (1:0) gegen Eintracht Frankfurt gesichert hatte (Alle Ergebnisse des 24. Spieltags).

Es war das dritte 1:0 des VfB in Folge, dazu kam noch das 1:1 in Wolfsburg bei Korkuts Debüt - heißt für die Stuttgarter: Zehn Punkte aus vier Spielen mit nur vier Treffern und mit inzwischen 30 Punkten reichlich Abstand zu den Abstiegsrängen (Die Tabelle der Bundesliga).

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Die Gründe für den Höhenflug liegen auf der Hand: Korkut, Nachfolger von Hannes Wolf, hat aus einem verunsicherten Haufen eine Truppe geformt, die defensiv kaum etwas zulässt und die Struktur hat. "Das ist eine unglaubliche Qualität", betonte Sportvorstand Michael Reschke. Zudem sei der  VfB inzwischen eine "richtige Männermannschaft" geworden, fügte Reschke an.


Prunkstück der Schwaben ist derzeit die Abwehr um die bärenstarken Timo Baumgartl und Benjamin Pavard, die trotz ihrer erst 21 Jahre sehr abgeklärt agieren und die Defensive im Verbund mit Holger Badstuber, der auf der für ihn ungewohnten Sechserposition spielt, zusammenhalten. Das sei "überragend", lobte Reschke.

Längst sind die Stimmen verstummt, die Korkut den Job beim VfB nicht zugetraut hatten. Doch der Coach will sich von der Euphorie nicht anstecken lassen. "Die drei Punkte tun gut. Aber wir werden weiter arbeiten. Es läuft nichts von selber. Wir dürfen keine Zufriedenheit ausstrahlen und müssen unser Ziel immer vor Augen haben", sagte er bestimmt.

Auch Reschke warnte. Zwar wachse mit dem "Ergebnisglück auch das Selbstvertrauen. Aber für uns alle ist klar: Wir sind noch nicht gerettet. Wir brauchen noch sieben, acht Punkte". (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)


Den Klassenerhalt hat die Eintracht bereits gesichert. "Was jetzt noch kommt, das ist eine Zugabe", sagte Frankfurts Sportchef Fredi Bobic vor der Partie bei Sky. Doch in Stuttgart kam von der bisherigen Überraschungsmannschaft der Saison nichts. Sehr zum Leidwesen von Trainer Niko Kovac.

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"Das Niveau war gar nicht gut - und wir waren noch schlechter. Wenn man solch eine Leistung abliefert, kann man keine Punkte holen. Deshalb sind wir sehr enttäuscht. Die Art und Weise, wie wir das Spiel geführt haben, ärgert mich maßlos", schimpfte Kovac.

Auch der frühere VfB-Manager Bobic war bei seiner Rückkehr  nicht zufrieden. "Da hat der letzte Hunger gefehlt. Wenn wir Ziele haben, muss man solche Spiele anders bestreiten", sagte er, fügte aber milde an: "Das ist ein Lernprozess."