Vor Stuttgart: Bruchhagen setzt HSV unter Druck

Hamburgs Klubboss Heribert Bruchhagen erhöht den Druck auf Markus Gisdol

Hamburgs Klubboss Heribert Bruchhagen hat den Druck auf seine Mannschaft und Trainer Markus Gisdol vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am Samstag (ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) erhöht.

"Wir spielen gegen einen Aufsteiger, und es besteht die Notwendigkeit, zu Punkten zu kommen", mahnte der 69-Jährige vor der Partie.

Der HSV hat sieben der vergangenen acht Partien verloren, dennoch will Bruchhagen auf der Trainerposition weiter auf Kontinuität setzen. Das spürt auch Gisdol.

Das besonnene Umfeld sei eine "gute Basis, um uns zu befreien und in bessere Tabellenregionen vorzustoßen", sagte der 48-Jährige. Gisdol will die magere Bilanz mit erst sieben Punkten für sich ausblenden: "Ich kenne schwierige Situationen. Für mich ist es wichtig, nicht in Problemen zu denken, sondern in Lösungen."

Nachwuchstalent als Joker

Bei dem Vorhaben, erstmals seit dem zweiten Spieltag einen Sieg einzufahren, könnte der HSV-Trainer erstmals das 17 Jahre alte Sturmjuwel Jann-Fiete Arp in die Startelf beordern.

"Wir brauchen kein Geheimnis daraus zu machen, dass es die Überlegung gibt", sagte Gisdol. Arp hatte am vergangenen Samstag bei Hertha BSC den Anschlusstreffer bei der 1:2-Niederlage erzielt.

Wichtig sei es aber auch, dass die etablierten Spieler "wieder stabiler" würden. "Ich halte nicht viel davon, jungen Spielern zu früh zu viel Verantwortung zu übertragen", so Gisdol.

Stuttgart mit Verletztenmisere

Von so vielen Möglichkeiten kann VfB-Trainer Hannes Wolf dagegen nur träumen. Die Stuttgarter haben derzeit mit mehreren Ausfällen zu kämpfen.

Die Schwaben müssen weiterhin auf die verletzten Christian Gentner, Anastasios Donis, Marcin Kaminski, Carlos Mane und Matthias Zimmermann sowie den gesperrte Santiago Ascacibar verzichten. Der Einsatz von Orel Mangala ist wegen einer Muskelverhärtung fraglich.

Zudem fällt Abwehrchef Holger Badstuber weiter aus. Der 28-Jährige hatte sich im Pokalspiel beim 1. FC Kaiserslautern eine Zerrung im Adduktorenbereich zugezogen und war schon am vergangenen Sonntag im Derby gegen den SC Freiburg ausgefallen.

"Es wird eng", monierte Wolf. Trotzdem sieht er die Partie beim HSV als "große Chance" für den VfB, sich von unten zunächst etwas abzusetzen.

"Wir wollen uns in eine positive Situation bringen. Jeder will eine ruhige Saison", sagte er und fügte lächelnd an: "Aber ich glaube nicht, dass es ruhig wird, das wäre eine Überraschung."