Sturz-Drama um Ewan! Böse Vorahnung wird bestätigt

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Sturz-Drama um Ewan! Böse Vorahnung wird bestätigt
Sturz-Drama um Ewan! Böse Vorahnung wird bestätigt

Kein Ewan, kein Cavendish, kein Sagan: Der krasse Außenseiter Tim Merlier hat den Topstars in einem chaotischen Kräftemessen der Supersprinter bei der 108. Tour de France die Show gestohlen und die von einem üblen Sturz überschattete erste Massenankunft für sich entschieden. Der Belgier vom Team Alpecin-Fenix setzte sich am Montag im bretonischen Pontivy vor seinem Teamkollegen Jasper Philipsen durch. (Alles zur Tour de France 2021)

"Ein Traum ist wahr geworden. Ich war nach dem Tagessieg beim Giro schon glücklich. Aber jetzt beim wichtigsten Radrennen der Welt zu gewinnen, ist unglaublich", war der Tagessieger bei Eurosport euphorisch. (Alle Etappen der Tour de France 2021 im SPORT1-Liveticker)

Topfavorit Caleb Ewan (Australien/Lotto-Soudal) war kurz vor dem Ziel heftig gestürzt und hatte Konkurrent Peter Sagan (Slowakei) vom deutschen Team Bora-hansgrohe mitgerissen. Danach war der Australier minutenlang auf dem Asphalt behandelt worden. Mittlerweile hat sein Team die schlimmsten Befürchtungen bestätigt.

Der Sprintstar, der 2019 und 2020 insgesamt fünf Etappen bei der Tour gewinnen konnte, muss mit einem Bruch des rechten Schlüsselbeins aus dem Rennen ausscheiden.

Verlierer eines erneut nicht nur im Finale von schweren Stürzen gezeichneten Tages war zudem Mitfavorit Primoz Roglic, der nach einem Crash kurz vor dem Ziel den Anschluss und viel Zeit verlor.

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Die Führung in der Gesamtwertung verteidigte Merliers niederländischer Teamkollege Mathieu van der Poel am Tag nach seinem Triumph an der Mur-de-Bretagne erfolgreich. Mit dem Gelben Trikot hatte sich der Enkel von Frankreichs Radlegende Raymond Poulidor (trug nie das Maillot jaune) einen Lebenstraum erfüllt, diesmal zog er den Sprint für Merlier mustergültig an. (Gesamtwertung der Tour de France)

Tor de France 2021: Max Walscheid bester Deutscher

Bester Deutscher war Max Walscheid (Neuwied/Qhubeka-Nexthash) auf einem starken zehnten Platz, Altstar Andre Greipel (Rostock/Israel Start-Up Nation) konnte nicht in die Entscheidung eingreifen. Auch der 30-malige Etappensieger Mark Cavendish (Großbritannien/Deceuninck-Quick Step) war im Finale nicht mehr vorne dabei.

Der frühere Top-Profi Marcel Kittel, einst selbst für Quick Step unterwegs und 2017 im Trikot der belgischen Mannschaft letzter deutscher Sieger einer Sprintetappe, hatte "Cav" durchaus einen Coup zugetraut: "Er hat zwei große Vorteile: Seine Erfahrung und ein unglaubliches Team - sein Alter ist kein Problem. Ich glaube an ihn", ließ Kittel am Montag in der L'Equipe wissen.

Gelegenheit zur Revanche bietet sich für die Sprinter bereits am Dienstag, wenn es in Fougeres erneut zu einem Massenspurt kommen dürfte. (Alle wichtigen Begriffe der Tour de France)

Auch Martin erneut am Sturzfestival beteiligt

Für zwei Favoriten auf den Tour-Sieg brachte die Etappe zwei Tage vor dem ersten Zeitfahren schmerzhafte Rückschläge. Der Vorjahreszweite Roglic (Slowenien/Jumbo-Visma) stürzte zehn Kilometer vor dem Ziel heftig und musste an der Seite von Tony Martin mit zerrissener Hose dem Feld hinterherjagen - dieses formierte sich gerade für das Finale und war dementsprechend schnell unterwegs.

Zuvor war in der von einigen Wolkenbrüchen beeinflussten Anfangsphase im Hauptfeld Geraint Thomas heftig zu Fall gekommen und blieb unter Schmerzen am Boden liegen. Ärzte behandelten die dem Anschein nach ausgekugelte rechte Schulter des 35 Jahre alten Tour-Siegers von 2018, der das Rennen fortsetzen konnte.

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Ineos-Kapitän Thomas jagte an der Seite von drei Teamkollegen zehn Kilometer lang mit Tempo 50 dem Hauptfeld hinterher und schaffte den Anschluss. Von der Viererspitze seines Teams waren ohnehin am Auftaktwochenende lediglich Thomas (+0:41 Sekunden) und der Ecuadorianer Richard Carapaz (+0:31) mit nur geringem Zeitverlust davongekommen.

Mit Thomas gingen weitere Fahrer zu Boden - darunter schon der am Samstag von einer Zuschauerin übel gefällte Martin und sein Jumbo-Visma-Teamkollege Robert Gesink. Martin konnte weiterfahren, Gesink, einer der zentralen Helfer Roglics gab hingegen auf - für Roglic und das Jumbo-Team war es ein schwarzer Tag.

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