Sturz-Drama: Halbfinale für Seidel Endstation

Anna Seidel stürzte im Shorttrack-Wettkampf über 1500 Meter gleich zweimal

Anna Seidel haderte mit ihrem Sturzdrama, dagegen bejubelte Südkorea ausgelassen seine Shorttrack-Heldin: An einem für die Gastgeber erfolgreichen Samstag hatte die deutsche Hoffnungsträgerin nur wenig Grund zur Freude. Nach zwei Stürzen in zwei Rennen war Seidel bei den Winterspielen in Pyeongchang im Halbfinale über 1500 m ausgeschieden.

Die 19-Jährige aus Dresden erreichte mit dem Einzug in die zweite Runde zwar ihr Teilziel, blieb im Kampf um die Medaillen letztlich aber chancenlos. Diesen entschied die siebenmalige Weltmeisterin Choi Minjeong scheinbar spielend leicht für sich und schenkte Südkorea das zweite Shorttrack-Gold. Kurz darauf gewann Lokalmatador Seo Yira beim Sieg des Kanadiers Samuel Girard zudem Bronze über 1000 m  (SERVICE: Der Olympia-Zeitplan).

Seidel nach Stürzen bedient

Seidel hatte ihren Arbeitstag da längst beendet. "Mein Laufanzug wurde von Mal zu Mal nasser. Es reicht jetzt auch erst einmal", sagte Seidel nach ihrem wichtigsten Wettkampf in Südkorea.

Erst ausgehebelt, dann ausgerutscht - fast alles war schiefgelaufen. "Für den ersten Sturz konnte ich überhaupt nichts. Beim zweiten Mal bin ich überfragt. Ich hatte viel Schräglage, die Schiene ist einfach weggegangen."


Langes Bangen um Halbfinal-Einzug

Seidel hatte sich für das Halbfinale erst nach einem Sturz qualifiziert. Im Viertelfinale ging sie nach einer Berührung mit der Amerikanerin Jessica Kooreman zu Boden, durfte nach einer Juryentscheidung in der nächsten Runde aber antreten. "Sie ist mir so stark in die Schiene gelaufen, dass ich keine Chance mehr hatte", sagte Seidel.

Nach dem Sturz rappelte sie sich schnell wieder auf, lief ins Ziel und wartete im Innenraum minutenlang auf die Entscheidung der Kampfrichter.

Im Halbfinale der längsten Einzelstrecke lief es für Seidel zunächst gut, lange hielt sie sich in der Spitzengruppe auf. In der zehnten von 14 Runden rutschte sie in einer Kurve aber ohne Fremdeinwirkung weg - das Aus war besiegelt. "Das gehört zum Sport leider dazu. Es ist schade, ich habe mich echt gut gefühlt. Ich hätte gerne mehr gezeigt", sagte Seidel.

Debakel für Mitfavoritin

Die zweite deutsche Starterin Bianca Walter (Dresden) schied auf ihrer Nebenstrecke als Fünfte ihres Vorlaufs aus. "Es hat Spaß gemacht. Am Ende wurde es schnell sehr hart in den Beinen. Ich werfe mir nichts vor", sagte die 1000-m-Spezialistin Walter.

Ein Debakel erlebte Mitfavoritin Shim Sukhee aus Südkorea. Ohne gegnerische Einwirkung stürzte die Ex-Weltmeisterin und Olympia-Zweite von Sotschi kurz nach dem Start in einer Kurve. Zum Entsetzen der Gastgeber schied die Medaillenkandidatin schon in der ersten Runde aus. Am Ende war Choi jedoch zur Stelle.