Sturmtief Friederike kommt


Am Donnerstag ist der Jahrestag von Orkan Kyrill. Vor elf Jahren hat er weite Teile Deutschlands lahmgelegt und für schwere Schäden gesorgt. Das war es dann aber auch schon an Gemeinsamkeiten zwischen Kyrill und dem Sturmtief Friederike.

“Trotzdem müssen wir uns morgen auf eine markante Sturmlage einstellen. Los geht es im Westen und Nordwesten an den Morgenstunden, dann überquert das Sturmfeld vor allen Dingen NRW, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg, Thüringen und Sachsen. Auch das Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen werden ordentlich Wind abbekommen. Die Spitzenböen werden im Flachland um 100 km/h liegen, vereinzelt auch mal bis 110 bis 120 km/h. In den Hochlagen des Harz’ kann es auch mal 140 bis 150 km/h geben. Im Hinblick auf die vergangenen Stürme ist wieder mit Behinderungen im Bahnverkehr zu rechnen. Oftmals ist es so, dass die Bäume einfach zu nah an die Bahnstrecken heranreichen und dann beim Umstürzen den Bahnverkehr entsprechend behindern. Hier ist dringend Handlungsbedarf. Bei Autofahrten sollte man besonders auf Brücken aufpassen, denn dann bläst der Wind besonders stark. Aufenthalte im Wald oder Park sollte man generell morgen vermeiden, dann Äste können herabstürzen oder gleich ganze Bäume umfallen. Dort herrscht Lebensgefahr. Wer sich an diese einfachen Regeln hält, dem sollte morgen nicht viel passieren“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Winterliche Straßenverhältnisse machen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern in vielen Teilen Deutschlands zu schaffen. Stürmisch wird es auch: Für Donnerstag werden die stärksten Böen von Sturmtief «Friederike» erwartet – die Bahn warnt die Fahrgäste schon mal. (Bild: dpa)

Spitzenböen für einige Städte: Hamburg 70 km/h, Stuttgart 75 km/h, München 80 km/h, Bremen 85 km/h, Berlin, Dresden, Frankfurt am Main und Köln je 95 km/h, Leipzig 100 km/h und Hannover 105 km/h.

Neben dem Sturm ist Niederschlag ein Thema. Je nach exakter Lage des Tiefs fällt dieser nach Norden hin oft als Schnee, sonst häufig als Regen. Es gibt nämlich eine milde und eine kalte Seite des Tiefs. Nach Norden hin kann es stellenweise stark schneien und die Straßen könnten rasch weiß und glatt werden. Dort wo starker Regen fällt, ist weiterhin mit steigenden Pegeln zu rechnen. Im Südwesten sind die Flusspegel stellenweise schon wieder auf dem Weg nach oben.

So geht es in den nächsten Tagen weiter:
Donnerstag: 2 bis 11 Grad, wechselhaftes Wetter, nach Norden oft Schnee, nach Süden mehr Regen und starker bis stürmischer Wind, teils orkanartige Böen
Freitag: 1 bis 5 Grad, deutlich kühler und weitere Schneeregen- und Schneeschauer
Samstag: minus 1 bis plus 3 Grad, mal Sonne, mal Wolken, einzelne Schneeschauer
Sonntag: 0 bis 3 Grad, aus Westen aufziehende Schneefälle, später in Regen übergehend
Montag: 0 bis 9 Grad, viele Wolken, aus Westen neue Regenfälle und windig
Dienstag: 4 bis 12 Grad, wechselhaft mit Regen und Wind
Mittwoch: 7 bis 13 Grad, teils sehr mild und immer wieder Regen

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