Sturgeon verschiebt Entscheidung über neues Unabhängigkeitsreferendum

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Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat die Vorbereitungen für ein zweites Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands verschoben. Sie wolle das Ergebnis der Brexit-Verhandlungen mit Brüssel abwarten

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat am Dienstag die Vorbereitungen für ein zweites Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands verschoben. "Wir werden das Gesetz für ein Unabhängigkeitsreferendum nicht jetzt sofort einbringen", sagte Sturgeon vor Abgeordneten des schottischen Parlaments in Edinburgh. Sie wolle das Ergebnis der Brexit-Verhandlungen mit Brüssel abwarten, die Entscheidung über ein neues Referendum solle dann erst im Herbst 2018 fallen.

Sturgeon forderte nach der vorgezogenen britischen Parlamentswahl eine Abkehr vom Konzept des "harten Brexit". Das "rücksichtslose" Verfolgen dieser Vorstellung durch die Regierung von Premierministerin Theresa May müsse "aufgegeben werden", sagte die Chefin der Schottischen Nationalpartei (SNP).

Sturgeon räumte bei dieser Gelegenheit ein, dass die Parlamentswahl für die SNP "einige bittere und enttäuschende Verluste" mit sich brachte. Von den 59 schottischen Sitzen im Londoner Unterhaus hat die SNP künftig nur noch 35, während es bei der Wahl 2015 noch 56 waren.

Die schottische Regierung hatte Ende März die Abhaltung eines erneuten Unabhängigkeitsreferendums beantragt, nachdem sich das Parlament in Edinburgh dafür ausgesprochen hatte. Bei einem ersten Referendum 2014 hatten sich 55 Prozent der Wähler gegen die Unabhängigkeit Schottlands ausgesprochen. Beim Brexit-Referendum im Juni 2016 wiederum stimmten die Schotten mehrheitlich gegen den EU-Ausstieg. Danach wurden die Rufe lauter, erneut ein Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien abzuhalten.