Studien: Dieses Geschlecht braucht mehr Schlaf – und das ist der Grund

Den Wecker hören wohl weder Männer noch Frauen in der Früh so wirklich gerne klingeln. (Bild: Stock/Getty Images Plus)

Frauen brauchen laut Experten mehr Schlaf als Männer. Ein Grund dafür dürfte erst mal für Schmunzeln sorgen: Frauen nutzen größere Areale ihres Gehirns.

Was auf den ersten Eindruck wie ein Geschlechterklischee klingt, ist mittlerweile weitreichend von Studien belegt: Frauen haben generell ein größeres Schlafbedürfnis als Männer. Auch der britische Neurowissenschaftler Jim Horne bestätigte dies gegenüber der britischen Zeitung „Daily Mail“. Laut Horne, emeritierter Professor für Psychophysiologie an der Loughborough University und einer der bekanntesten Schlafexperten, gibt es triftige Gründe hierfür: Schließlich sind die Gehirne von Frauen komplexer vernetzt als die von Männern.

Durchschnittlich, so Horne, brauchen Frauen zwanzig Minuten mehr Schlaf als Männer. Frauen multitasken mehr als Männer und nutzen größere Areale ihres Gehirns – das führt laut dem Experten zu einem erhöhten Schlafbedürfnis.

Wovon hängt unser Schlafbedürfnis ab?

„Eine der Hauptfunktionen des Schlafs ist es, dem Gehirn die Möglichkeit geben, sich zu erholen und selbst zu reparieren“, so Horne zu „Daily Mail“. „Während des Tiefschlafs koppelt sich der Cortex – der Teil des Gehirns, der unter anderem für Gedanken, Erinnerungen und Sprache verantwortlich ist – von den Sinnen ab und geht in den Erholungsmodus. Je mehr man sein Gehirn am Tag nutzt, desto größer sind die Areale, die sich erholen müssen und desto mehr Schlaf braucht man folglich.“

Generell gäbe es auch innerhalb der Geschlechtergruppen Unterschiede – allerdings mit Einschränkungen: „Ein Mann, der einen komplexen Job hat, der eine Menge Entscheidungen und laterales Denken fordert, könnte ebenfalls mehr Schlaf als der durchschnittliche Mann brauchen – allerdings wohl immer noch nicht so viel wie eine Frau.“

Wer sein Gehirn mehr nutzt, braucht auch mehr Schlaf – so das Fazit eines Neurowissenschaftlers. (Bild: Burak Karademi/Getty Images)

Es gibt aber auch noch andere Erklärungen für das erhöhte Schlafbedürfnis von Frauen. Psychologen an der Duke Universität in North Carolina nennen unter anderem die Regulierung des Hormonhaushaltes – auch die findet teilweise im Schlaf statt. Das berichtet das Magazin „Jolie“. Zudem soll der Schlaf von Frauen grundsätzlich schlechter sein als der von Männern. Und das ist nicht nur im Alltag unangenehm, es kann auch gesundheitliche Folgen haben. Wie eine Studie an 2.000 Testpersonen zeigte, leiden Frauen psychisch wie körperlich stärker an Schlafmangel als Männer und sind anfälliger für Herzerkrankungen und Depressionen.

Noch mehr ins Detail geht eine Schlaf-App, die das Verhalten von über neun Millionen Usern aus fünfzig verschiedenen Ländern analysiert. Laut ihr gibt es auch regionale Schlafunterschiede: So schlafen Frauen in den USA im Schnitt sieben Stunden, während Holländerinnen – genau wie Frauen aus Finnland und Neuseeland – über acht Stunden im Bett verbringen. Mit viel weniger kommen Frauen in Japan aus: Dort schlafen Frauen im Schnitt fünf Stunden und 50 Minuten. Laut Erhebung dieser App sind Frauen auch – mit der Ausnahme von Kolumbien, Portugal und der Ukraine – die größeren Morgenmuffel als Männer.

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