Studie zur Lebenserwartung: Diese Europäer werden am ältesten

In Mittel- und Südeuropa erreichen Menschen heute das höchste Lebensalter. (Bild: ddp Images)

Wie alt werden Menschen heute? Eine Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung hat aktuelle Daten zum Thema Lebenserwartung in Europa miteinander verglichen und kommt zu dem Schluss: Es gibt noch immer ein Ost-West-Gefälle.

Ab welchem Lebensjahr gelten Menschen im 21. Jahrhundert überhaupt als alt? Das ist relativ. Während im Jahr 1900 deutsche Männer noch durchschnittlich 46,4 Jahre und Frauen 52,5 Jahre alt wurden, liegt die Lebenserwartung heute mit 78,4 Jahren bei den Männern und 83,1 Jahren bei den Frauen mehr als 60 Prozent darüber.

Auch wenn sich dieser Wert gut anhört, Spitzenreiter sind die Deutschen damit allerdings nicht. Laut dem Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung liegt die derzeit höchste Lebenserwartung in Norditalien, Nordspanien, den Küstenregionen Frankreichs sowie der Schweiz. Die Menschen werden dort im Schnitt 83 Jahre alt. Geschlechter übergreifender Durchschnitt in Deutschland ist derzeit: 80,7 Jahre!

Wenn man jedoch die Daten von West- und Osteuropa miteinander vergleicht, machen sich große Unterschiede bemerkbar. So werden etwa Menschen aus Litauen und Bulgarien im Durchschnitt nur 74 Jahre alt. Ein Unterschied von ganzen neun Jahren im Vergleich zu den Spitzenreitern in Westeuropa.

Die wirtschaftliche Not sowie die mangelnde Versorgung aus Sowjetzeiten spielen scheinbar noch Jahrzehnte nach dem Fall des Eisernen Vorhangs eine Rolle. Zudem ist der Alkoholkonsum laut einer WHO-Studie aus dem Jahr 2014 in den osteuropäischen Ländern wesentlich ausgeprägter als in den westlichen EU-Ländern. Im Jahr 2013 sorgte eine Studie, die in dem britischen Magazin „The Lancet“ veröffentlicht wurde, für Aufsehen: Ihr zufolge seien die Unterschiede in puncto Lebensqualität zwischen Ost- und Westeuropa heute sogar ausgeprägter als vor 40 Jahren.

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