Studie zeigt: Vor allem Psychopathen und Narzissten bleiben mit dem Ex-Partner befreundet

Sie sind mit ihrem Ex gut befreundet? Womöglich gibt das Aufschluss über eine Persönlichkeitsstörung. (Bild: ddp Images/Juice Images)

Leute mit gefühllosen oder manipulativen Persönlichkeitszügen bleiben eher mit ihren Ex-Partnern in Kontakt. Das zeigt eine neue Studie US-amerikanischer Psychologen.

„Wir können doch gute Freunde bleiben“ ist eine der bekanntesten Schlussmach-Floskeln. Abgesehen davon, dass dieses Vorhaben in der Realität nur schwerlich funktioniert, könnte ein gutes Verhältnis zum Ex auch bedenkliche Persönlichkeitsanteile andeuten.

Eine aktuelle Studie von Psychologen der kalifornischen Oakland University zeigt nämlich, dass nicht nur „begehrenswerte Ressourcen“ wie Geld, Sex oder Information, sondern auch gewisse Persönlichkeitszüge einen Grund dafür darstellen können, dass man auch nach der Trennung in Kontakt mit dem Ex bleibt. Das zitiert die britische Zeitung „Daily Mail“.

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Rund 861 Teilnehmer wurden für zwei Studien rekrutiert. Sie wurden befragt, wie sie sich mit ihrem Ex-Partner nach der Trennung verstanden hätten und was der Grund dafür war, miteinander befreundet zu bleiben. Zusätzlich wurden sie gebeten, Fragebögen auszufüllen, die dazu dienen sollten, spezielle Persönlichkeitszüge der Befragten aufzuzeigen. Dazu gehörten Narzissmus, Psychopathie und Machiavellismus (das Bedachtsein auf den eigenen Vorteil bis hin zur Manipulation anderer Menschen).

Frühere Studien zeigen, dass Menschen, die derartige Züge aufweisen, oft Freundschaften aus strategischen Gründen eingehen und Kurzzeitbeziehungen bevorzugen. Anhand dieser Ergebnisse wollten die Psychologen untersuchen, wie sich dies bei ehemaligen Partnern verhält.

Narzissten haben ganz eigene Gründe, eine Beziehung aufrechtzuerhalten. (Bild: ddp Images)

Die Studie fand heraus: Der Hauptgrund, nach der Trennung befreundet zu bleiben, sei, dass man den Ex-Partner für verlässlich oder vertrauenswürdig hält oder noch eine emotionale Bindung zu ihm besitzt. Pragmatismus ist hingegen nur selten der Grund. Bei Männern, gemeinsam mit dem sexuellen Aspekt, noch etwas mehr als bei Frauen. Je dunkler die Persönlichkeitszüge, so die Studie, desto eher würden praktischer und sexueller Nutzen als Grund dafür angesehen, Freunde zu bleiben.

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In einem Interview mit “Broadly” erklärte Narzissmus-Experte Dr. Tony Ferreti den Grund hierfür: „Narzissten hassen es, zu versagen oder zu verlieren, also werden sie tun, was sie können, um eine Verbindung aufrechtzuerhalten, wenn sie nicht die Wahl getroffen haben, sie zu beenden. Sie erleben eine Verletzung ihres Narzissmus, wenn sie von einem Partner abgelehnt werden und haben Schwierigkeiten damit, die Verletzung zu akzeptieren oder zu vergessen.”

Zudem seien Narzissten oft in erster Linie am Profit interessiert, den ihnen eine Beziehung bringt. „Sie besitzen Insider-Informationen über die Verletzbarkeit und Schwächen ihrer Ex-Partner, die sie ausbeuten können – das gibt ihnen ein Gefühl von Macht und Kontrolle.”

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