Studie zeigt: Intervallfasten ist fürs Abnehmen weniger effektiv als eine normale Diät

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Als einer der Trend-Diäten der vergangenen Jahre werden dem Intervallfasten viele positive Effekte zugeschrieben – unter anderem auch von prominenten Vertretern im Silicon Valley. Grundprinzip ist, dass eine festgelegte Zeit lang normal gegessen und den Rest der Zeit vollständig gefastet wird. Davon ausgenommen sind lediglich Flüssigkeiten. Die Aufteilungen können dabei ganz unterschiedlich sein und von sich wiederholenden 24-Stunden-Zkylen – mit einer oft auf acht Stunden beschränkten Nahrungsaufnahme – bis hin zu Modellen reichen, bei denen fünf Tage normal gegessen und anschließend zwei volle Tage gefastet wird.

Zumindest in einem zentralen Bereich scheint der Hype aber nicht gerechtfertigt zu sein: nämlich beim Abnehmen. Das berichtet das Wissensmagazin „Scinexx“. Schon vorher waren neben den angeblichen Abnehmeffekten auch andere gesundheitliche Vorteile der Fastenform angezweifelt worden. Eine neue Studie von Wissenschaftlern der University of Bath zeigt nun, dass man mit dem Intervallfasten nicht besser abnimmt als mit einer normalen kalorienreduzierenden Diät. Und nicht nur das: Während bei der normalen Diät fast alle purzelnden Pfunde auf abgebautes Körperfett zurückgingen, verloren die Testpersonen beim Intervallfasten zur Hälfte Fett und zur Hälfte Nichtfettgewebe wie Muskeln.

Intervallfasten weniger effektiv als kontinuierliche Diät

Zu diesen Ergebnissen kamen die Wissenschaftler, indem sie die Wirkung einer normalen Diät mit zwei Formen des Wechselfastens verglichen. Dabei folgte auf einen Fastentag jeweils ein Tag mit normaler oder leicht reduzierter Ernährung. Testpersonen waren insgesamt 39 gesunde, normalgewichtige Frauen und Männer.

Die Teilnehmer wurde in drei Gruppen eingeteilt. Die der ersten Gruppe absolvierten einfach eine reguläre Diät und reduzierten ihre Nahrungsaufnahme jeden Tag auf 75 Prozent ihres Kalorienbedarfs. In den anderen beiden Gruppen fasteten die Teilnehmer jeden zweiten Tag. An ihrem Esstag nahm die zweite Gruppe 150 Prozent des Tagesbedarfs zu sich – deckte also im Schnitt über beide Tage 75 Prozent des Kalorienbedarfs. Die dritte Gruppe durfte am Esstag so viel zu sich nehmen, dass trotz des Fastens keine Kalorienreduktion stattfand.

Im Ergebnis zeigt sich: „Das Wechselfasten reduziert die Körperfettmasse weniger effektiv als ein gleiches Maß an beschränkter täglicher Energiezufuhr“, so die Studie. Trotz gleicher Durchschnittszufuhr nahm die Gruppe, die eine reguläre Dauerdiät verfolgte, im Schnitt 1,91 Kilogramm ab, während Gruppe zwei – also die Teilnehmer, die mit reduzierter Energieaufnahme fasteten – nur 1,6 Kilogramm abnahm. Bei der letzten Gruppe, die zwar fastete, ihre Kalorienaufnahme aber nicht reduzierte, lag der Gewichtsverlust sogar nur bei 0,5 Kilogramm.

Abbau von Muskelmasse und keine Auswirkungen auf Herz-Kreislauf-Gesundheit

Erschwerend kommt hinzu, dass der Gewichtsverlust sich beim Intervallfasten anders aufteilte. Er fiel zu gleichen Teilen auf Fett und Nichtfettgewebe wie Muskeln, während die Teilnehmer, denen eine kontinuierliche Diät verordnet wurde, fast ausschließlich Körperfett verloren. Auch bei den Blutwerten gab es keine signifikanten Unterschiede. Von den viel beschworenen positiven Auswirkungen des Intervallfastens auf Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-Gesundheit war der Studie zufolge nichts zu sehen.

Intervallfasten ist also nicht uneingeschränkt zu empfehlen, so „Scinexx“. Wem es leichter fällt als andere Diätformen, der solle versuchen, ausreichend Sport zu treiben. Die Studiendaten zeigen nämlich, dass sich die Teilnehmer an den Fastentagen deutlich weniger bewegten, was möglicherweise den Muskelabbau fördere.

sb

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