Studie zur Wohnungsnot: Köln bleibt eine der teuersten Studentenstädte Deutschlands

Nach Hamburg, München und Stuttgart zahlen Studenten in Köln die höchsten Mieten.

Sie schlafen auf der Couch von Freunden, pendeln Dutzende Kilometer von Wohnung zur Hochschule oder zahlen Top-Mieten von 20 bis 25 Euro den Quadratmeter. Laut einer neuen Studie des Berliner Moses-Mendelssohn-Instituts (MMI) und des Internetportal WG-Gesucht.de gehört Köln bei den Mieten weiterhin zu den teuersten Studentenstädten Deutschlands. In einem Ranking kam die Stadt mit 71 Punkten auf Platz vier hinter Hamburg (78 Punkte), München (76) und Stuttgart (74). Durchschnittlich zahlen angehende Akademiker 400 Euro für ein WG-Zimmer.

Die Autoren hatten für das Ranking 23 unterschiedliche Faktoren berücksichtigt wie Miet- und WG-Preise, Leerstandsquoten, Studierendenzahlen oder Attraktivität eines Standorts bei in- und ausländischen Studenten. Maximal konnten 100 Punkte erreicht werden, bundesweit kamen die Hochschulstädte im Durchschnitt auf 37,5 Punkte. Köln wurde mit 71 bewertet Punkte – nach 76 Punkten im Vorjahr und 68 Punkten 2015.

12.000 neue Erstsemester

Demnach ist die Wohnungsnot in Köln auch so groß, weil die Stadt bei jungen Menschen so beliebt ist. Derzeit gibt es gut 96.000 Studenten in der Stadt, mehr als 12.000 junge Menschen kommen neu in die Stadt, darunter viele Erstsemester.

Auch bundesweit ziehen die Mietpreise für Studenten deutlich an. In Hamburg (78 Punkte) beispielsweise erhöhte sich der Index-Wert im gleichen Zeitraum um zehn Punkte. Auch in Städten wie Tübingen, Nürnberg, Leipzig, Rostock, Kassel, Fulda, Oldenburg, Essen oder Marburg hat sich die Wohnsituation zum Teil deutlich verschärft. Schlusslicht in der Tabelle ist Cottbus. Während man am teuersten Standort München für ein WG-Zimmer 570 Euro im Durchschnitt und im Bundesdurchschnitt 353 Euro zahlt, sind es in Cottbus 208 Euro.

Die Kölner Studenten zahlen nicht nur Top-Mieten, sie können auch weniger oft auf preiswerte Appartements in Studentenwohnheimen ausweichen. Während bundesweit knapp jeder zehnte angehende Akademiker im Wohnheim lebt, sind es in Köln nur 7,7 Prozent. Immerhin konnte das Kölner Studierendenwerk in Zollstock und in Opladen in diesem Jahr 120 neue Plätze anbieten. Hinzu kommen in der Gebrüder-Koblenz-Straße in Deutz im Herbst 171 Plätze. Das größte Projekt, neue Plätze im Studentendorf in Hürth-Efferen neue Plätze zu schaffen, wurde aber von der Stadt Hürth von einst 800 auf 250 Plätze abgespeckt.

Wohnpauschale anheben

MMI-Direktor Stefan Brauckmann forderte, die Wohnpauschale des Bafögs dringend den realen Lebensverhältnissen anzugleichen. Die Pauschale – 250 Euro – wird den Mietpreisen von teureren Metropolen wie Köln und München längst nicht mehr gerecht. Interessant wäre die Überlegung, welche Optionen man älteren, allein stehenden Menschen bieten könnte, damit sie ihre relativ großen Bestandswohnungen wieder für Haushalte mit mehreren Personen zur Verfügung stellen, so Brauckmann. „Wir sollten uns von der Vorstellung verabschieden, dass in den Metropolen die Nachfrage nach Unterkünften insbesondere durch Menschen mit geringen Wohnkostenbudgets in den nächsten Jahren bedarfsgerecht gedeckt werden kann.“

Das Kölner Studierendenwerk ruft erneut Bürger dazu auf, Zimmer an Studenten zu vermieten und bietet eine entsprechende Wohnungsbörse an. Weitere Informationen unter der Telefonnummer 0221/942 65-201 oder im Internet....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta