Studie: Wahlbeteiligung unter Russlanddeutschen und Deutschtürken geringer

Bei der Bundestagswahl ist einer Studie zufolge die Wahlbeteiligung unter Einwanderern aus der Türkei und Russland deutlich niedriger als in der Gesamtbevölkerung gewesen. Bei den Deutschtürken lag diese bei 64 Prozent und bei den Russlanddeutschen sogar nur bei 58 Prozent, wie eine am Montag veröffentlichte Studie der Universitäten Köln und Duisburg-Essen ergab. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung bei der Wahl im September bei 76,2 Prozent.

Bei ihrem Votum zeigten sich die Russlanddeutschen laut der Untersuchung politisch eher rechts der Mitte positioniert. Unter den Befragten dieser Gruppe kam die AfD demnach auf 15 Prozent. Die AfD habe bei ihnen stärker als bei den Wählern ohne Migrationshintergrund gepunktet, erklärte Studienautor Achim Goerres von der Universität Duisburg-Essen. Dennoch sei die AfD als dritte Kraft hinter der Union und den Linken unter den Russlanddeutschen "weit hinter den Erwartungen" zurückgeblieben, "die medial geschürt wurden".

Die Deutschtürken wählten dagegen eher links. Die SPD kam unter den Befragten auf 35 Prozent, die Linke auf 16 Prozent. Bei den Russlanddeutschen lag die Linkspartei sogar bei 21 Prozent.

Für die Wahlstudie befragten die Forscher jeweils knapp 500 zufällig ausgewählte Deutsche, die selbst oder deren Eltern aus der früheren Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten oder der Türkei eingewandert sind.