Studie: Umrüstung auf umweltfreundliche LED führt zu mehr Lichtverschmutzung

LED-Beleuchtung ist umweltfreundlich und schont den Geldbeutel - doch die Einsparungen könnten verloren gehen, wenn das gesparte Geld für zusätzliche oder hellere Lampen ausgegeben wird. Diese Befürchtung von Wissenschaftlern scheint sich laut einer aktuellen Studie zu bestätigen, wie das Deutsche Geoforschungszentrum in Potsdam (GFZ) mitteilte. Die Forscher befassten sich dabei mit der künstlichen Beleuchtung des Nachthimmels.

Laut der im Fachjournal "Science Advances" veröffentlichten internationalen Studie nahmen sowohl die Intensität der künstlichen Aufhellung des Nachthimmels als auch die Ausdehnung der beleuchteten Fläche seit 2012 global um rund zwei Prozent pro Jahr zu. Die Wissenschaftler stützten sich dabei erstmals auf Messungen des Weltraumradiometers VIIRS.

Die Forscher gehen zudem davon aus, dass die Zunahme dieser sogenannten Lichtverschmutzung sogar noch größer sein dürfte. Denn der Sensor von VIIRS kann kurze Wellenlängen nicht "sehen" - und das Licht von modernen weißen LED-Lampen, die das gelbliche Licht aus Natriumdampflampen in vielen Straßenlaternen ersetzen, enthält einen höheren Blauanteil mit ebensolchen kurzen Wellenlängen.

Im Ergebnis erscheinen für VIIRS manche Orte dunkler, selbst wenn sie weißer und heller strahlen. Das betrifft laut GFZ vor allem auch das gestreute Licht, das den sogenannten Lichtdom über großen Orten verursacht. Die Lichtverschmutzung ist also noch stärker, als die VIIRS-Daten vermuten lassen.

Gleichwohl gibt es Hoffnung auf Besserung. "Andere Studien und Beobachtungen aus Städten wie Tucson in Arizona zeigen, dass man mithilfe moderner LED-Technik die Lichtemission um zwei Drittel senken kann, ohne dass die Menschen das als dunkler wahrnehmen", erklärte der Leiter der Studie, Christopher Kyba vom GFZ.

Frühere Studien Kybas ergaben zudem, dass die Lichtemission pro Kopf der Bevölkerung in den USA um den Faktor drei bis fünf höher ist als die in Deutschland. Der GFZ-Wissenschaftler wertete dies als Beleg, dass Sicherheit und Wohlstand sowie Sicherheitsempfinden auch mit sparsamer Beleuchtung zu erreichen sind.

"Ich sehe ein großes Potenzial in der LED-Revolution, aber nur, wenn wir das gesparte Geld nicht für noch mehr Lampen ausgeben", betonte Kyba.