Studie: Sinnlose Aufgaben senken zukünftige Motivation von Mitarbeitern

Wer erfährt, dass seine geleistete Arbeit sinnlos war, strengt sich künftig im Job weniger an. Das beobachteten Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in einem Verhaltensexperiment

Wer erfährt, dass seine geleistete Arbeit sinnlos war, strengt sich künftig im Job weniger an. Das beobachteten Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in einem Verhaltensexperiment, wie sie am Dienstag erklärten. Demnach wirkt sich die Bedeutsamkeit einer erledigten Aufgabe "sehr stark" darauf aus, wie motiviert Angestellte künftig arbeiten. Zudem scheinen Beschäftigte ihren Chefs "sogar das Scheitern eine Projekts zu verzeihen", wenn ihnen glaubhaft ein neuer Zweck kommuniziert werde.

Für ihr Experiment arbeitete die Gruppe mit 140 Beschäftigten, die beim Aufbau einer Datenbank für ein Forschungsinstitut mithalfen. Dann wurde das Projekt unerwartet eingestellt. Die Hilfskräfte wurden dann in drei Gruppen eingeteilt und nahmen an einer Online-Befragung teil: Eine Gruppe wurde daran erinnert, wie bedeutsam ihre Aufgabe trotzdem war, einer anderen wurde kommuniziert, dass ihr Einsatz weitgehend umsonst war. Bei der dritten Gruppe hieß es, dass ihre Arbeit zwar den ursprünglichen Zweck verloren habe, jedoch einem neuen Zweck diene.

Ein neuer Zweck könne "den Verlust des ursprünglichen Sinns sogar vollständig kompensieren", erklärte Sabrina Jeworrek vom IWH. Unternehmen müssten diesen Umstand beachten und lieber "kurzfristige Verluste in Kauf nehmen und eine neue Verwendungsmöglichkeit" für die erledigte Arbeit suchen, als auf lange Sicht demotivierte Mitarbeiter zu riskieren. Wie das Experiment weiter ergab, fühlten sich Mitarbeiter, deren Arbeit als sinnlos eingestuft wurde, zudem "ersetzbarer" und waren deutlich aufgewühlter und enttäuschter als ihre Kollegen.