Studie sieht Vor- und Nachteile von Atommülllager an der Weser

BEVERUNGEN/SALZGITTER (dpa-AFX) - Die Atommüllentsorgung im Endlager Schacht Konrad in Salzgitter wäre einer Studie zufolge auch ohne das Bereitstellungslager im Dreiländereck von Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen möglich. Ein solches Lager hätte demnach aber durchaus Vorteile - auch für andere Zwischenlager-Standorte. Die Untersuchung habe ergeben, "dass mit einer geeigneten Vorausplanung des Gebindeabrufs das Endlager Konrad mit und ohne Bereitstellungslager [...] beschickt werden kann", heißt es in einer am Mittwoch vorgestellten, von den Ländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen beauftragten Studie des TÜV Nord.

Geplant ist, schwach- und mittelradioaktiven Müll aus den Zwischenlagern im Bereitstellungslager "Logistikzentrum Konrad" am ehemaligen Atomkraftwerk Würgassen (Kreis Höxter) an der Weser zu sammeln und dann gebündelt ins rund 120 Kilometer entfernte Salzgitter zu liefern.

Mit so einem Bereitstellungslager würden laut der Studie Transportstrecken und -zeiten abnehmen. Auch würde es nicht so lange dauern, bis der Müll komplett aus den Zwischenlagern gebracht ist. Laut einem Sprecher der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) wären die Zwischenlager zehn Jahre früher müllfrei. Die Gesamtdauer der Einlagerung im Endlager Konrad wäre der Studie zufolge mit einem Bereitstellungslager kürzer - sofern im Zwei- und nicht im Einschichtbetrieb gearbeitet würde. Andererseits wären das Personal und die Bevölkerung in der Umgebung laut der Studie mehr Strahlung ausgesetzt - der Wert würde demnach aber deutlich unterhalb des Grenzwerts der jährlichen Exposition für Einzelpersonen liegen.

Die beiden Landesregierungen sehen maßgebliche organisatorische Fragen unbeantwortet und "großes Optimierungspotenzial". Ein Sprecher der BGZ teilte mit, die Studie werde nun geprüft. Unabhängig davon gehe man weiter davon aus, dass ein Logistikzentrum für den zügigen Einlagerungsbetrieb in das Endlager Konrad unverzichtbar sei.

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