Studie sieht große Hürden beim globalen Online-Shopping

Die EU senkt die Hürden für den grenzüberschreitenden Einkauf von Waren und Dienstleistungen über das Internet. Europaparlament und Mitgliedstaaten einigten sich auf ein "Ende von ungerechtfertigtem Geoblocking", wie die EU-Kommission mitteilte

Immer mehr EU-Bürger kaufen im Internet ein - doch das Vertrauen in Online-Shopping außerhalb der Europäischen Union ist weiter gering. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) und seines europäischen Dachverbands BEUC. Geschuldet ist dies demnach vor allem einem Informationsmangel und Schwierigkeiten bei der Durchsetzung von Verbraucherrechten, wenn beim Online-Kauf etwas schief geht.

Der Studie zufolge stieg im Jahr 2016 der Anteil der Internetnutzer in der EU, die in ihrem eigenen Land online einkaufen auf rund 49 Prozent - ein Plus von mehr als 21 Prozent gegenüber 2008. Im EU-Ausland kauften 17,5 Prozent ein, rund elf Prozent mehr als acht Jahre zuvor. Die Online-Einkäufe in Länder außerhalb der Europäischen Union stiegen weniger deutlich: um rund sieben auf insgesamt gut elf Prozent.

"Globaler Online-Handel hat großes Potenzial, die Wahlfreiheit von Verbraucherinnen und Verbrauchern zu stärken", erklärte vzbv-Chef Klaus Müller. "Verbraucher müssen aber Vertrauen haben, um dieses Potenzial zu nutzen", fügte er hinzu. Vzbv und BEUC sprachen sich deshalb für die Schaffung eines neuen Informationspunktes für internationales Online-Shopping aus, an dem Verbraucher über ihre Rechte im globalen Markt informiert werden sollten und beraten werden könnten.

"Verbraucher nutzen den globalen Markt, weil Preise günstiger oder andere Produkte verfügbar sind, oder auch um ihren Bedürfnissen wie bestimmten Ernährungsgewohnheiten besser nachgehen zu können", erklärte BEUC-Direktorin Monique Goyens. Diese Verbraucher würden jedoch "leider in eine Parallelwelt katapultiert, in der ihre Rechte anders sind als gewohnt oder sie überhaupt keine Rechte haben."