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Studie: Schwieriges Umfeld hinterlässt Spuren in Dax-Quartalsbilanzen

FRANKFURT (dpa-AFX) -Die hohe Inflation und die Konsumzurückhaltung der Verbraucher haben Bremsspuren in den Bilanzen der deutschen Börsenschwergewichte zum Jahresauftakt hinterlassen. In der Summe sank der operative Gewinn der Dax DE0008469008-Konzerne (Ebit) im ersten Quartal zum Vorjahreszeitraum um gut 7 Prozent auf rund 48,5 Milliarden Euro, wie aus einer Auswertung des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY vom Mittwoch hervorgeht. Der Umsatz der Konzerne - ohne Banken - kletterte um rund 8 Prozent auf einen Rekordwert zu Jahresbeginn von gut 470 Milliarden Euro. Im Vergleich zu den beiden Vor-Quartalen mit zweistelligen Zuwachsraten schwächte sich das Tempo allerdings ab.

Nach Einschätzung von Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY Deutschland, dürfte der Kostendruck weiter steigen. "2023 wird ein schwieriges Jahr", erwartet er.

Gegenwind spürt den Angaben zufolge die Chemieindustrie, die unter hohen Energiekosten und nach wie vor schwachen Nachfrage leide. "Handel und Konsumgüterhersteller verzeichnen Rückgänge, weil die Verbraucher die Gürtel enger schnallen", erläuterte EY-Partner Mathieu Meyer. Und wie lange es Autokonzernen noch gelinge, hohe Neuwagenpreise am Markt durchzusetzen, sei derzeit kaum absehbar. "Zudem verunsichern der Krieg in der Ukraine und erhebliche geopolitische Spannungen Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen, so dass von Optimismus wenig zu spüren ist."

Der Auswertung zufolge steigerten 17 Dax-Unternehmen im ersten Quartal den operativen Gewinn. Erneut führten die Autokonzerne Volkswagen DE0007664039, Mercedes-Benz DE0007100000 und BMW DE0005190003 das Ranking mit Milliardengewinnen an. Dagegen meldeten 20 Unternehmen einen niedrigeren Gewinn als im Vorjahreszeitraum. Einen Umsatzrückgang verzeichneten elf Unternehmen.

Am besten entwickelten sich den Angaben zufolge zum Jahresauftakt die Geschäfte auf dem Heimatkontinent. Die in Europa erwirtschafteten Umsätze der Dax-Konzerne stiegen um elf Prozent, während in Nordamerika ein Wachstum von gut neun Prozent erreicht wurde. EY führte den Anstieg in Europa aber vor allem auf das niedrige und vom Kriegsausbruch geprägte Vorjahresniveau zurück. "Grundsätzlich bleiben die Aussichten in Europa eher bescheiden, zumal uns die Inflation noch eine Weile begleiten wird", erwartet Meyer.