Studie: Rund 40 Prozent der Studiengänge zulassungsbeschränkt

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Wer im kommenden Wintersemester ein Studium aufnehmen will, muss in Deutschland nach wie vor bei vielen Fächern mit einem Numerus Clausus rechnen. Bundesweit sind 41,1 Prozent aller Studiengänge zulassungsbeschränkt, wie eine am Mittwoch vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) vorgelegte Studie ergab. Die Quote sank damit leicht um 1,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Innerhalb Deutschlands gibt es allerdings große Unterschiede.

In zwölf von 16 Bundesländern ging der Untersuchung zufolge der Anteil der zulassungsbeschränkten Studiengänge zurück. In den vergangenen fünf Jahren sank bei einem Anstieg der Fächerzahl um rund 2500 auf 19.000 der Anteil der Numerus-Clausus-Studiengänge um 4,4 Prozent. "Die deutlich gesunkene bundesweite NC-Quote zeigt, dass sich die Hochschulen immer besser auf den Studierendenboom einstellen", erklärte CHE-Geschäftsführer Frank Ziegele.

Besonders hoch ist die Zahl der NC-Fächer weiterhin in den Stadtstaaten. Unter den Ländern weist Berlin mit 64,8 Prozent die höchste NC-Quote auf, knapp gefolgt von Hamburg mit 64,4 Prozent und dem Saarland mit 60,3 Prozent. In Bremen liegt der Anteil bei 59,1 Prozent.

In anderen Bundesländern sind zum Teil deutlich weniger Studiengänge zulassungsbeschränkt. So liegt die Quote beim Schlusslicht Thüringen nur bei 20,3 Prozent. Damit können sich Interessenten dort in vier von fünf Studiengängen direkt einschreiben, ohne dass etwa ihre Abiturnote eine Rolle spielt. Ähnlich niedrig sind die Quoten in Mecklenburg-Vorpommern mit 21,1 Prozent und Rheinland-Pfalz mit 22,6 Prozent.

Unter den größeren Hochschulstädten mit mehr als 30.000 Studierenden hat Hannover mit 68,2 Prozent die höchste NC-Quote, gefolgt von Karlsruhe mit 63,8 Prozent und Köln mit 62,3 Prozent. Dagegen liegt der Anteil etwa in Gießen nur bei 21,8 Prozent, in Dortmund bei 23,3 Prozent und in Kassel bei 24,1 Prozent.

Studienautor Cort-Denis Hachmeister riet Abiturienten angesichts der großen Unterschiede: "Wer nicht gerade Medizin, Pharmazie oder Psychologie studieren möchte und beim Studienort oder Hochschultyp flexibel ist, findet in vielen Fällen auch eine gleichwertige Alternative ohne Numerus Clausus."