Studie: Raumfahrtmissionen zum Mars medizinisch fragwürdig

Längere Aufenthalte im Weltall verändern einer aktuellen Studie zufolge gravierend die Gehirnstruktur von Astronauten - ein Befund, der Mars-Missionen in der bisher geplanten Form unmöglich machen könnte. Andauernde Schwerelosigkeit im Raumschiff führt zu Veränderungen gerade derjenigen Hirnregionen, die Einfluss auf die Koordinationsfähigkeit und Wahrnehmung der Astronauten haben, wie das an der Studie beteiligte Universitätsklinikum in Frankfurt am Main am Freitag mitteilte.

Außerdem wird demnach durch dauerhafte Schwerelosigkeit die Fähigkeit von Raumfahrern verändert, mit anderen Crewmitgliedern zu interagieren. Wie die im New England Journal of Medicine veröffentlichte und von der Nasa finanzierte Studie weiter ergab, führten vor allem längere Weltraumreisen zu einer Verengung der Hirnwasserräume und sogar zu einer signifikanten Verschiebung des Gehirns der untersuchten Astronauten.

Dass sich diese Veränderungen in der Studie schon nach nur etwa drei Monaten im All zeigten, stellt nach Einschätzung der Wissenschaftler womöglich bemannte Mars-Reisen in Frage - Missionen, die aufgrund der Entfernung mit aktueller Raumfahrttechnologie mindestens zwei Jahre dauern würden. Selbst längere Reisen zum Mond böten demnach Herausforderungen.

Ob sich die untersuchten Veränderungen des Gehirns nach einiger Zeit wieder zurückbilden oder irreversibel sind, müssen nun weitere Studien zeigen.