Studie: Oviraptoren-Dinos entwickelten sich unterschiedlich rasch in ihren Eiern

Der Nachwuchs der Oviraptoren-Dinosaurier hat sich einer Studie zufolge unterschiedlich rasch in seinen Eiern entwickelt - und weist somit Ähnlichkeiten zu modernen Vögeln auf. Dies fanden Paläontologen der Universität Bonn mit Wissenschaftlern aus Taiwan, der Schweiz und des Heinz-Maier-Leibnitz-Zentrums (MLZ) Garching heraus, wie die Bonner Uni am Mittwoch mitteilte. Zum Blick in Dinoeier nutzen die Forscher dabei eine Neutronenquelle.

Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Erkenntnisse jetzt im Journal "Integrative Organismal Biology". Bisher wurde laut Bonner Universität vermutet, dass die vor 88 bis 66 Millionen Jahren in Zentralasien lebenden Oviraptoren-Dinos hinsichtlich ihrer Reproduktionsbiologie zwischen modernen Krokodilen und Vögeln anzusiedeln sind. Krokodile vergraben ihre Eier, und die Nachkommen schlüpfen gleichzeitig. Bei Vögeln hingegen erfolgt das Schlüpfen im Nest häufig zu unterschiedlichen Zeiten.

Die Wissenschaftler untersuchten nun, wie unterschiedlich weit die Entwicklung der Embryonen in drei 67 Millionen Jahre alten Oviraptoreneier-Fossilien aus dem Ganzhou-Becken der chinesischen Jiangxi-Provinz fortgeschritten war. "Oviraptoreneier werden in Zentralasien relativ häufig gefunden, allerdings sind die meisten aus dem Fundkontext gerissen", erläuterte Thomas Engler vom Institut für Geowissenschaften der Universität Bonn. Häufig sei dann nicht mehr erkennbar, ob die Eier aus einem Gelege stammten.

"Das ist bei den von uns untersuchten Fossilien anders: Wir haben ein Eierpaar und ein weiteres Ei zusammen in einen Gesteinsblock eingebettet gefunden", berichtete Tzu-Ruei Yang, der bei einer Grabung in der Nähe der Stadt Ganzhou in China den ungewöhnlichen Fund machte. Daraus schlossen die Forscher, dass die rund 18 Zentimeter großen Eier nahezu gleichzeitig von einem Oviraptor-Weibchen gelegt wurden.

Anhand des Entwicklungsstadiums der Embryonen in den drei Eiern versuchten die Wissenschaftler abzuschätzen, ob die kleinen Dinos zeitgleich oder zu unterschiedlichen Zeiten geschlüpft waren. Der dazu nötige Blick in die Dinoeier gelang ihnen mit Hilfe der Forschungsneutronenquelle der Technischen Universität München im MLZ in Garching.

Aus Länge und Lage der Embryonenknochen schlossen die Wissenschaftler, dass das einzelne Ei früher gelegt worden sein musste als das Eierpaar im gleichen Gelege. Doch auch bei dem Eierpaar waren die Embryonen unterschiedlich weit entwickelt.

Die Ergebnisse legen nahe, dass die zweibeinigen Oviraptoren hinsichtlich ihrer Fortpflanzungsbiologie eher modernen Vögeln ähnelten, deren Küken zu unterschiedlichen Zeiten schlüpfen - und nicht den Krokodilen oder Schildkröten, deren Nachwuchs gleichzeitig aus dem Ei kriecht.