Studie: Mitbestimmung der Arbeitnehmer sorgt für mehr Vielfalt im Unternehmen

Mehr Azubis, mehr Ältere, mehr Frauen im Vorstand: Je mehr Mitarbeiter in einem Unternehmen mitbestimmen können, desto vielfältiger ist die Personalstruktur

Mehr Azubis, mehr Ältere, mehr Frauen im Vorstand: Je mehr Mitarbeiter in einem Unternehmen mitbestimmen können, desto vielfältiger ist die Personalstruktur. Das zeigt eine von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), die am Mittwoch vorgestellt wurde. Solche Unternehmen hätten insgesamt bessere Arbeitsbedingungen, erklärte die Stiftung.

WZB-Forscher Robert Scholz analysierte für die Studie einen Datensatz mit Informationen von mehr als 260 börsennotierten Unternehmen. Den Ergebnissen zufolge hatten Unternehmen mit durchsetzungsfähigen Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat einen Azubi-Anteil von 4,5 Prozent an der gesamten Belegschaft - bei Unternehmen ohne Mitbestimmung gab es nur 3,6 Prozent Auszubildende. Gleichzeitig lag das Durchschnittsalter der Belegschaft bei ausgeprägter Mitbestimmung bei 43 Jahren und damit drei Jahre höher als ohne Mitbestimmung.

Schließlich beschäftigten Unternehmen mit Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat häufiger Frauen im Vorstand. Offenbar sei Mitbestimmung eine Voraussetzung für eine höhere Diversität und eine bessere Personalentwicklung, erklärte Scholz. Das sei beispielsweise für die Innovationskraft sowie für Fusionen wichtig.