Studie: Ländlicher Raum holt bei Wirtschaftskraft auf

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Ländliche Regionen in Deutschland holen nach einer IW-Studie trotz andauernden Zuzugs in Städte bei der Wirtschaftskraft auf. Seit dem Jahr 2000 nähere sich die Wirtschaftsleistung je Einwohner zwischen dem ländlichen Raum und den Städten an, schreibt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln in der Untersuchung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Bisher gebe es keine Verschiebung absoluter Anteile städtischer und ländlicher Räume an der Wirtschaftskraft zugunsten der Städte und Metropolregionen. Der ländliche Raum kann nach Darstellung der Ökonomen seinen Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) vielmehr konstant halten, so dass sein Rückstand beim BIP je Einwohner im Vergleich mit Zentren seit dem Jahr 2000 spürbar abnehme.

Es gebe - anders als oft dargestellt - keine zunehmende wirtschaftliche Spaltung, sondern eine Anpassung zwischen städtischen und ländlichen Regionen. Entwarnung gibt das arbeitgebernahe Institut aber nicht. Es bestehe weiter "erheblicher regionalpolitischer Handlungsbedarf".

Die Alterung der Gesellschaft werde sich in manchen, überwiegend ländlichen Regionen sehr viel eher und stärker auswirken. Es erscheine wahrscheinlich, dass die Wirtschaft dem Urbanisierungstrend zeitversetzt folgen könnte, wenn auf dem Land der Fachkräftemangel drückender werde und sich das Verhältnis zwischen arbeitenden Menschen und Ruheständlern spürbar verschlechtere.

Seit dem Jahr 2000 nimmt der Urbanisierungsgrad laut dem IW in Deutschland zu, die Einwohnerzahlen in Großstädten steigen. Der ländliche Raum verliere dagegen vielerorts Einwohner. Eine steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren scheine eher für eine andauernde Verstädterung zu sprechen: "Damit stellt sich die Frage, ob sich die wirtschaftliche Aktivität dem Urbanisierungstrend dauerhaft entziehen kann."