Studie: Kosten für Schäden durch Extremwetter gehen in die Billionen

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Fidschi-Inseln sind besonders von Wetterkatastrophen betroffen

Die Kosten von extremen Wetterereignissen gehen laut einer Studie schon jetzt in die Billionen - und wegen des Klimawandels drohen sie weiter zuzunehmen

Die Kosten von extremen Wetterereignissen gehen laut einer Studie schon jetzt in die Billionen - und wegen des Klimawandels drohen sie weiter zuzunehmen. Zwischen 1997 und 2016 habe der weltweite wirtschaftliche Schaden durch Wetterextreme wie Stürme und Dürren 3,16 Billionen Dollar (2,73 Billionen Euro) betragen, heißt es im Globalen Klima-Risiko-Index (KRI) 2018, den die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch am Donnerstag bei der UN-Klimakonferenz in Bonn vorstellte.

Die Regelungen zum Umgang mit den Schäden seien jedoch weiterhin unscharf, kritisierte Germanwatch. Zwar solle in Bonn ein neuer Fünfjahresplan des Internationalen Warschau Mechanismus für Schadensregelungen beschlossen werden, doch es bleibe offen, "wie das Thema 'Schäden und Verluste' besser in die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens integriert werden kann".

In der Studie werden die Staaten aufgelistet, denen Wirbelstürme, Überschwemmungen oder Hitzewellen am stärksten zusetzten. Nur auf das Jahr 2016 bezogen, waren demnach Haiti, Simbabwe und Fidschi, das Gastgeberland der diesjährigen UN-Klimakonferenz, die Hauptopfer. Im Zeitraum 1997 bis 2016 waren Honduras, Haiti und Myanmar die am schwersten von Wetterextremen betroffenen Länder. Insgesamt seien in dem Zeitraum 524.000 Menschen als Folge von mehr als 11.000 Extremwettereignissen ums Leben gekommen.

Die Fidschi-Inseln und zahlreiche andere kleine Inselstaaten (Small Islands Developing States, SIDS) sind demnach besonders stark von Wetter-Katastrophen betroffen. Unter den 20 meistbetroffenen Ländern der vergangenen 20 Jahre sind allein fünf SIDS-Staaten. Haiti und Fidschi belegen 2016 Rang eins und drei. Unter den ersten zehn sind allein neun Entwicklungsländer mit niedrigem oder unterem mittleren Pro-Kopf-Einkommen und nur eines mit höheren mittleren Einkommen.

Deutschland steht im Risikoindex 2016 auf Rang 42 (2015: 64), die Schäden der Wetterextreme beliefen sich demnach auf 3,91 Milliarden Dollar. Im langfristigen Index rangiert Deutschland wie im Vorjahr auf Rang 23. Die USA stehen im Jahresindex auf Platz zehn.

In der Studie stützt sich Germanwatch auf Daten des Versicherungskonzerns Munich Re unter Einbeziehung der Bevölkerungszahlen und Bruttoinlandsprodukte. Es ist der 13. KRI-Report.