Studie: Klimawandel bedroht rund ein Drittel des Unesco-Naturerbes

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Auch das Great Barrier Reef gilt als bedroht

Die Klimaerwärmung stellt nach Angaben der Weltnaturschutzunion (IUCN) die größte Bedrohung für das Weltnaturerbe dar. Ein Drittel der von der Unesco aufgelisteten Naturstätten weltweit sei inzwischen durch den Klimawandel bedroht, warnte die IUCN in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Demnach besteht für 94 der insgesamt 252 Naturstätten eine "erhebliche oder kritische" Bedrohung. Dazu zählt unter anderem auch das Great Barrier Reef in Australien.

Als Risikofaktoren nannten die Autoren unter anderem Tourismus, Jagd, Brände und Wasserverschmutzung. Die Studie "legt die Verwüstungen offen, die der Klimawandel dem Weltnaturerbe zufügt", erklärte IUCN-Generaldirektor Bruno Oberle. Er forderte eine schnelles und gemeinsames Vorgehen gegen die Auslöser des Klimawandels.

Rund sieben Prozent der Naturerbe-Stätten befinden sich laut dem Bericht mittlerweile in einem "kritischen Zustand". Sie benötigen demnach dringend weitere Schutzmaßnahmen. Seit Veröffentlichung des letzten IUCN-Berichts im Jahr 2017 nahm die Zahl der bedrohten Stätten um 32 zu.

Die Studienautoren führten als Beispiel den Kaskawulsh-Gletscher in Kanada auf, dessen Schmelzwasser zu einem Anstieg der Flüsse und damit einem Rückgang der Fische in der Region geführt habe. Der Klimawandel bedrohe auch massiv das australische Great Barrier Reef, da die erhöhte Wassertemperatur zu einem Rückgang der Korallen und ihrer außergewöhnlichen Tierwelt führe.

Eine außergewöhnliche Hitzewelle habe in Australien zu Dürre und Buschbränden geführt, erklärten die Autoren weiter. Die Feuer bedrohen laut IUCN derzeit die australische Sandinsel Fraser Island; weite Teile der einzigartigen Wälder fielen schon den Flammen zum Opfer.

Auch die Corona-Pandemie habe einen Einfluss auf mehr als 50 der von der Unesco geschützten Landschaften, erklärten die Autoren. In einigen Fällen habe der Rückgang von Touristen zu einer Verbesserung des Zustands geführt - die "negativen Faktoren" der Pandemie seien jedoch "zahlreich".

Die Corona-Krise habe etwa Nationalparks dazu gezwungen, ihr Personal zu reduzieren, wodurch schädliches Verhalten von Besuchern zugenommen habe. "Diese Faktoren erhöhen das Risiko von Wilderei", hieß es in dem Bericht.

Die IUCN setzt sich aus 1400 Organisationen und Regierungen zusammen.

gap/ans