Studie: Klimawandel bedroht Großteil der Königspinguine

Königspinguine auf der Ile aux Cochons

Der Klimawandel droht bis zum Ende dieses Jahrhunderts einen Großteil der auf subantarktischen Inseln lebenden Königspinguine auszurotten. Die Population von derzeit rund 1,6 Millionen Königspinguin-Paaren könne um bis zu 70 Prozent sinken, heißt es in einer am Montag in der Wissenschaftszeitschrift "Nature Climate Change" veröffentlichten Studie. Gründe sind demnach der schwindenden Lebensraum und Nahrungsmangel.

Die Tiere benötigen einen Strand, eisfreies Meer und große Mengen an Nahrung, um Nachwuchs aufzuziehen. Doch diese Lebensbedingungen dürften der Studie zufolge immer seltener werden. Fische und Kraken ziehen sich demnach wegen der Meereserwärmung Richtung Antarktis zurück.

Die Nahrungssuche der Pinguin-Eltern könnte deshalb in absehbarer Zeit so lange dauern, dass der Nachwuchs in der Zwischenzeit verhungert, heißt es in der Studie. Zudem seien die Eltern selbst durch die langen Reisen in großer Gefahr.

"Wenn sich Erderwärmung mit der derzeitigen Geschwindigkeit fortsetzt, könnte die Art aussterben", sagte Céline Le Bohec, Wissenschaftlerin beim französischen Forschungsinstitut CNRS und Co-Autorin der Studie, der Nachrichtenagentur AFP.

Wenn die Treibhausgas-Emissionen ungemindert steigen, sind der Studie zufolge bis zu 70 Prozent der Königspinguine gezwungen, sich neuen Lebensraum zu suchen - oder sie sterben. Optimistischeren Schätzungen nach würden diese Folgen immer noch rund 45 Prozent der Tiere betreffen.

Zwar hätten sich Königspinguine in der Vergangenheit den Folgen von Temperaturveränderung anpassen können. Aber der Klimawandel sei früher deutlich langsamer verlaufen als heute, heißt es in der Studie.

Die Tiere mit dem weißen Bauch, dem schwarzen Schnabel und dem orangefarbenen Fleck an der Seite des Kopfes sind auf den Crozetinseln, den Kerguelen und den Prinz-Edward Inseln im südlichen Indischen Ozean beheimatet. Dort brüten sie in riesigen Kolonien.