Studie: Lieferengpässe bremsen den lukrativen Fahrrad-Boom

·Lesedauer: 2 Min.
Fahrrad fahren wurde während der Pandemie immer beliebter, wie hier in Berlin.
Fahrrad fahren wurde während der Pandemie immer beliebter, wie hier in Berlin.

Für kaum eine Branche war die Corona-Pandemie so rentabel wie für Fahrrad-Händler und -Hersteller. Nicht nur in den Städten sind die Menschen auf das nachhaltige Transportmittel umgestiegen, sondern auch in anderen Teilen des Landes entpuppte sich der Drahtesel als eine erholsame Tätigkeit, um nach den langen Homeoffice-Tagen ein bisschen Bewegung und frische Luft zu bekommen. Allerdings könnte der Fahrrad-Boom bald ein Ende haben. Das berichtete die "Wirtschaftswoche".

Denn der Fahrrad-Markt muss sich auf Umsatzrückgänge einstellen, besagt eine Studie des Handelsforschungsinstituts IFH Köln und der BBE-Handelsberatung. Mit einer Wachstumsrate von 41,3 Prozent im Coronajahr 2020 galt die Branche für Drahtesel noch als der große Gewinner der Pandemie. Der Branchenumsatz stieg auf 7,1 Milliarden Euro und erreichte damit ein fast doppelt so hohes Marktvolumen wie noch drei Jahre zuvor.

Damit könnte nun Schluss sein. Die Branche leidet bereits seit Längerem unter massiven Lieferschwierigkeiten. So würden die derzeitigen Lieferengpässe verhindern, „dass das phänomenale 2020er Ergebnis noch einmal getoppt werden kann“, schlussfolgert der IFH-Experte Christoph Lamsfuß. Zum Bedauern vieler Menschen dürfte es auch noch eine kleine Weile dauern, bis sich dies ändert, erklärt der Handelsexperte.

Die Entwicklung bezeugen kann auch die Geschäftsführung von Rose Bikes in Bocholt. Die Nachfrage für Fahrräder und Zubehör steige weiterhin an. Doch gegen die Lieferengpässe kommt auch der Versandhändler nicht an. „In den letzten Monaten sind die Lieferzeiten geradezu explodiert“, teilt Uwe Schmäing von Rose Bikes mit. Aufgrund des weltweiten Rohstoffmangels und der Pandemie-bedingten, vorübergehenden Werkschließungen käme die Branche nicht hinterher, die Nachfrage zu decken.

Nichtsdestotrotz sehen die Branchen-Expertinnen und -Experten positiv in die Zukunft. Der Fahrradmarkt habe weiterhin ein großes Wachstumspotenzial und „ab 2022 werden die wesentlichen Lieferengpässe überwunden sein und es kann wieder mit einem Umsatzplus gerechnet werden“, heißt es in der Studie.

jk

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.