Studie: Inhaltsstoffe in Kosmetika könnten Endometriose begünstigen

Juliane Reuther
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Spanische Forschende haben in einer in Fachmagazin "Environmental Research" veröffentlichten Studie untersucht, ob bestimmte Stoffe in Kosmetika und Hygieneprodukten womöglich Auswirkungen auf den weiblichen Körper haben können. Sie vermuteten, dass es einen Zusammenhang geben könnte zwischen der Verwendung von Produkten mit bestimmten Chemikalien, sogenannten Endokrinen Disruptoren, und einem erhöhten Endometriose-Risiko.

Endometriose ist bei Frauen eine der häufigsten Unterleibserkrankungen. Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, siedelt sich dabei außerhalb der Gebärmutter an. Bei manchen Frauen macht sich dies gar nicht unmittelbar bemerkbar. Bei anderen aber verursachen diese Endometriose-Herde starke, krampfartige Schmerzen. Manche Frauen leiden darüber hinaus unter Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.

Die Forscher der Universität Granada und der Uniklinik San Cecilio untersuchten dazu die Konzentration der zwei Umwelthormone Paraben und Benzophenon im Urin von 124 Frauen in ihrer Studie. Umwelthormone werden so genannt, weil sie keine Hormone im eigentlichen Sinn sind, im Körper von Menschen aber wie Hormone wirken können.

Viele Kosmetika enthalten Umwelthormone

Außerdem befragten die Wissenschaftler die Frauen dazu, wie oft sie Kosmetik- und Hygieneartikel wie etwa Gesichtsmasken, Haarfarbe, Nagellack oder Lippenstift verwendeten. Viele dieser Produkte enthalten entweder Parabene oder Benzophenone – oder beides.

Die Studienleitenden Olga Ocón und Francisco Artacho konnten in ihrer Analyse zeigen, dass Frauen, die häufig bestimmte Kosmetika verwendeten, deutlich mehr Benzophenone und Parabene in ihrem Urin hatten. Darüber hinaus konnten sie mithilfe eines statistischen Prognosemodells belegen, dass die Frauen mit hoher Konzentration diese Stoffe im Urin auch mit höherer Wahrscheinlichkeit unter Endometriose litten. Dies ließ sich prüfen, weil 35 der 124 untersuchten Frauen die Erkrankung nachweislich hatten.

Die Forscher schreiben: "Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Häufigkeit der Verwendung von Kosmetika ein starker Prädiktor für die Exposition gegenüber bestimmten Benzophenon- und Paraben-Kongeneren ist." Diese Verbindungen könnten das Risiko für Endometriose erhöhen. Weitere Studien seien aber erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

Einen möglichen Zusammenhang zu klären wäre für Frauen sehr wichtig. Nicht nur, weil Endometriose zu Schmerzen und anderen unangenehmen Symptomen führt. Sondern auch, weil die Erkrankung die Fruchtbarkeit mindern kann. „Bei etwa 40 bis 60 Prozent der Frauen, die ungewollt kinderlos bleiben, steckt eine Endometriose dahinter“, erklärt die Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V.