Studie: Gehaltslücke zwischen Geschlechtern wird Laufe des Erwerbslebens größer

Die Gehaltslücke zwischen Frauen und Männern wird laut Forschern im Laufe des Erwerbslebens immer größer. Wie die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwochsausgabe) unter Berufung auf drei neue Studien des Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) berichtet, liegt die Verdienstlücke bei den unter 30-Jährigen bei nur neun Prozent, während sie bei Beschäftigten über 50 Jahren bei 28 Prozent liegt. "Sehr wesentliche Ursache" für die Lohnschere sind demnach familienbedingte Teilzeit-Phasen.

Laut Statistischem Bundesamt liegt die Verdienstlücke insgesamt bei 21 Prozent. Ob eine Frau im Einzelfall tatsächlich weniger verdient als ein Mann in gleicher Position, hängt den neuen DIW-Studien zufolge aber zu einem Großteil davon ab, ob die Frau über längere Zeit in Teilzeit arbeitet.

Wie entscheidend die Frage der Teilzeitarbeit ist, lässt sich laut den Studienautorinnen auch daran ablesen, dass sich die Gehälter von Frauen ohne familienbedingte Teilzeit fast identisch zu jenen der Männer entwickeln.

"Frauen kümmern sich nach wie vor hauptsächlich um die Sorgearbeit", sagte die Studienautorin Katharina Wrohlich der "Süddeutschen Zeitung". Die Gehaltslücke ließe sich demnach verkleinern, wenn Männer und Frauen in den "karriererelevanten Jahren zwischen 30 und 40" ihre Arbeitsstunden deutlich angleichen.

Die Studienautorinnen stellten aber auch eine Gehaltslücke "im Kopf" fest. So ergab ein Experiment, dass sowohl Frauen als auch Männer es als gerecht empfinden, wenn Frauen für dieselbe Arbeit ein geringeres Gehalt bekommen als ihre männlichen Kollegen.

"Der als gerecht empfundene Lohn liegt demnach für Männer um rund drei Prozent höher als der als gerecht empfundene Lohn für Frauen", heißt es laut "Süddeutscher Zeitung" in der Studie. Auch das Gerechtigkeitsempfinden ist in den Altersklassen aber unterschiedlich stark ausgeprägt: Ältere finden Lohnunterschiede laut der Studie eher in Ordnung als Jüngere.

Auch bei den Erwartungen an das Gehalt gibt es laut DIW große Unterschiede zwischen den Geschlechtern: So erwarten junge Akademikerinnen für ihr weiteres Berufsleben geringere Gehaltssprünge als ihre männlichen Kollegen.