Aus für Nafta und Importsteuern würden Jobs in US-Autobranche bedrohen

Ein Rückzug der USA aus dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen Nafta und neue Einfuhrsteuern könnten laut einer Studie in der US-Automobilindustrie zum Verlust von bis zu 50.000 Jobs führen

Ein Rückzug der USA aus dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen Nafta und neue Einfuhrsteuern könnten laut einer Studie in der US-Automobilindustrie zum Verlust von bis zu 50.000 Jobs führen. Außerdem drohten die Autopreise dann um bis zu 1100 Dollar (954 Euro) pro Wagen zu steigen, heißt es in der am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Studie, die die Beratungsfirma Boston Consulting im Auftrag des Branchenverbands der Auto-Zulieferer (Mema) erstellte.

"Steuer- und Handelspolitik, die Unternehmen zum Zurückverlagern von Stellen zwingen, funktionieren nicht", sagte Mema-Präsident Steve Handschuh bei einer Pressekonferenz. Der Studie zufolge, würden neue Importsteuern, wie sie US-Präsident Donald Trump angedroht hatte, zu einer Erhöhung der Produktionskosten der Autoindustrie in den USA führen. Dies belaste eine Branche, in der die Gewinnmargen ohnehin gering seien.

In der Studie wird außerdem vorgerechnet, dass Importsteuern im Bereich zwischen 20 und 35 Prozent die Produktionskosten der US-Autoindustrie um 16 bis 27 Milliarden anheben würden. Wenn sich die US-Autos aber um jeweils 650 bis 1100 Dollar verteuerten, werde die Branche voraussichtlich zwischen 25.000 und 50.000 Jobs streichen. Boston Consulting prognostizierte, dies werde insbesondere die Zulieferer von Hightech-Bauteilen treffen, die besonders kostspielig sind.

Trump hatte seine anfängliche Drohung, aus Nafta auszusteigen, zurückgezogen. Er will das Abkommen mit Kanada und Mexiko nun aber neu verhandeln. Die erste viertägige Verhandlungsrunde soll am 16. August in Washington beginnen.

Dazu stellte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer am Montag die Zielsetzungen vor. Die US-Regierung will demnach die Handelsbarrieren für landwirtschaftliche Erzeugnisse und Produktionsgüter senken und Subventionen abschaffen, die sich unfair auf den Handel mit den beiden Nachbarländern auswirkten. "Zu vielen Amerikanern wurde durch geschlossene Fabriken, exportierte Arbeitsplätze und gebrochene politische Versprechen Schaden zugefügt", erklärte Lightizer.