Studie: EU kann bei E-Auto-Batterien unabhängig werden - Aber Förderung nötig

BRÜSSEL (dpa-AFX) -Die europäische Umweltdachorganisation Transport & Environment (T&E) mahnt für die Unabhängigkeit einer Autobatterieproduktion in der EU eine stärkere Förderung durch Brüssel an. Bis 2027 könne die Staatengemeinschaft ihre Abhängigkeit von Lithium-Ionen-Akkus chinesischer Hersteller beenden - allerdings könnten sich Batteriehersteller wie der US-Elektropionier Tesla US88160R1014 und das schwedische Start-up Northvolt angesichts hoher Förderungsmöglichkeiten in den Vereinigten Staaten auch noch stärker in Richtung USA orientieren. Das ergibt ein Bericht, den die Organisation am Dienstag veröffentlichte und der die Ankündigungen von Batterieherstellern zur Grundlage hat.

"Schon heute wird die Hälfte der in der EU verwendeten Lithium-Ionen-Akkus auch hier hergestellt. Aber der Inflation Reduction Act hat die Spielregeln geändert", sagte T&E-Deutschlandchef Sebastian Bock. "In Europa müssen mehr finanzielle Mittel bereitgestellt werden oder wir riskieren, geplante Batteriefabriken und Arbeitsplätze an Amerika zu verlieren."

Die USA hatten im Inflation Reduction Act erhebliche Subventionen für Elektroauto- und Batteriehersteller in Aussicht gestellt, falls diese in den USA investieren. In Europa haben Batteriehersteller wie der chinesische Branchenriese CATL, die Koreaner von Samsung KR7005930003 SDI sowie die Schweden mit Northvolt Milliardeninvestitionen angekündigt. Autobauer wie Volkswagen DE0007664039, Mercedes-Benz DE0007100000 und Stellantis NL00150001Q9 investieren ebenfalls Geld in Zellwerke, andere wie BMW DE0005190003 bestellen in großem Stil bei den Batterielieferanten.

Mit dem US-Förderpaket von Präsident Joe Biden droht sich das Kräfteverhältnis aber in Richtung USA zu verschieben. So gibt es Zweifel, ob etwa Northvolt seine geplante Fabrik in Schleswig-Holstein noch wie ehemals geplant baut. T&E fordert einen europäischen Förderfonds, der durch die gemeinsame Ausgabe von Anleihen finanziert wird.

Über diesen sollten nur die auch vom Inflation Reduction Act subventionierten Produkte wie Elektroautos, Batterien und erneuerbare Energien eine Förderung erhalten. Die Gelder sollten nach Ansicht von T&E direkt an die Unternehmen fließen, um den langsamen Mittelabruf zu verhindern, der bei anderen Förderinstrumenten beobachtet werde.