Neue Studie: Frauen, die Make-up bei der Arbeit tragen, verdienen mehr

Ein neuer Tag, ein weiterer unfairer Schönheitsstandard, mit dem Frauen zu kämpfen haben und Männer nicht: Make-up bei der Arbeit tragen.

Warum? Anscheinend könnten sie weniger Gehalt bekommen, wenn Sie keines tragen.

Ja, ernsthaft. Eine neue Studie der Soziologen Jaclyn Wong und Andrew Penner kam zu dem Ergebnis, dass Frauen, die „gut gepflegt“ waren, beträchtlich mehr verdienten als diejenigen, die dies nicht taten.

Ziel der Studie war es, durch die Erhebung von Daten von über 14.000 Mitarbeitern einen Zusammenhang zwischen Einkommen und aufwandsbasierter Attraktivität zu ermitteln.

Dies wurde im Rahmen einer langjährigen nationalen Studie erhoben, für die Interviewer die Probanden zu Themen wie Einkommen, Beruf und Bildung befragten.

Die selben Interviewer bewerteten auch jede dieser Personen hinsichtlich ihres „gepflegten Aussehens“ – was Faktoren wie Frisur, Kleidung und, im Falle von Frauen, Make-up umfasste.

Ziel der Studie war es, einen Zusammenhang zwischen Einkommen und aufwandsbasierter Attraktivität zu ermitteln. [Bild: Getty]
Die Studie erhob Daten von über 14.000 Mitarbeitern. [Bild: Getty]

Die Studie ergab, dass gut gepflegte Frauen mit „durchschnittlicher Attraktivität“ jährlich rund 6.720 Euro mehr verdienen als eine durchschnittlich aussehende, durchschnittlich gepflegte Frau. Sie macht auch etwa 4.250 Euro mehr als ihr attraktiverer, aber weniger gepflegter Kollege.

Bei den Männern fiel der Vorteil guter Pflege sehr viel geringer aus. Wenig überraschend.

In Anlehnung an frühere Studien fand diese Untersuchung auch einen Zusammenhang zwischen Einkommen und „physischer Attraktivität“, die die Interviewer ebenfalls bewerten sollten.

Es wurde festgestellt, dass attraktive Personen rund 20 % mehr verdienen als Menschen von durchschnittlicher Attraktivität.

Dieser Anteil reduzierte sich jedoch drastisch, wenn zusätzlich die Pflege berücksichtigt wurde.

„Sie können die Vorteile, die normalerweise mit Attraktivität verbunden sind, durch Pflege erreichen“, sagt Penner.

Sollten Sie wirklich für Ihre Pflegegewohnheiten bestraft werden? [Bild:Getty]

„Das Fazit ist, dass Menschen die meisten Attraktivitätsvorteile nutzen können, „indem sie an Ihrer Pflege arbeiten”, sagte Penner. „Es ist nicht nur die natürliche Optik, die zählt.“

In Ordnung, aber wir sind geneigt zu glauben, dass er den Punkt verfehlt hat: Sollten Sie wirklich dafür bestraft werden, wie Sie am Arbeitsplatz aussehen?

Selbstverständlich sollten Sie sich an die Kleiderordnung am Arbeitsplatz halten, und ein unsauberes Aussehen oder schlechte Hygiene sind ein verständlicher Grund für unbewusste Diskriminierung – aber können Sie wirklich jemanden dafür verurteilen, dass er nicht jeden Tag voll geschminkt ist oder frisch gepflegte Nägel hat?

Sollten statt des Aussehens nicht besser Intelligenz, Effizienz, Engagement und gute Arbeitsethik belohnt werden?

Wenn man diese Studienergebnisse in Betracht zieht, dann haben wir noch einen LANGEN Weg vor uns.

Ciara Sheppard