Studie ergab: Millennials verhalten sich am Arbeitsplatz sehr wahrscheinlich unethisch

Unaufrichtiger Unternehmer verbreitet Lügen.

Unsere ethischen und politischen Neigungen sind ein Teil von uns und eine neue Erhebung ergab, dass diese Auffassungen häufig auch am Arbeitsplatz präsent sind.

Aflac führte eine Studie durch, die ermittelte, wie häufig sich Menschen am Arbeitsplatz unethisch verhalten. Das Versicherungsunternehmen erhob auch, wie offen Unternehmen politische Probleme ansprechen.

Das überraschendste Ergebnis (oder vielleicht auch nicht so überraschend) ist, dass Millennials mehr Druck fühlen, unethisch zu handeln. Tatsächlich gaben 25 % aller Teilnehmer an, dass sie von ihrem Arbeitgeber aufgefordert wurden, etwas Unethisches zu tun. In dieser Gruppe gaben 47 % der Millennials an, dass sie dieser Aufforderung nachkamen, in den anderen Altersgruppen waren es lediglich 36 %.

„Millennials legen eigentlich Wert auf Ethik, aber wenn sie beruflich aufsteigen, fühlen sie einen Druck, dass sie in diesem hart umkämpften Markt nicht enttäuschen dürfen“, sagte Catherine Hernandez-Blades, Vizepräsidentin für Corporate Communications bei Aflac. „Dies war ein sehr interessantes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass Millennials auch eine Gruppe sind, die am wahrscheinlichsten mit Unternehmen Geschäfte macht oder in solche investiert, die für ihr soziales Engagement bekannt sind.“

Mit anderen Worten, Millennials sind jünger und weniger abgesichert, was dazu führt, dass sie möglicherweise fragwürdige Entscheidungen treffen.

Insgesamt sagten 19 % der Befragten, dass sie am Arbeitsplatz unethisch handelten, unabhängig davon, ob sie von ihrem Arbeitgeber darum gebeten wurden oder nicht.

Politik am Arbeitsplatz

In der heutigen überparteilichen, von Twitter angeleiteten Welt sind fast alle Teile unseres Lebens von Politik durchdrungen. In den vergangenen Monaten erlebten wir, wie große Konzerne die Loyalität ihrer Kunden aufs Spiel setzten, weil sie bei einer Vielzahl von Themen etwas gegen die Trump-Regierung sagten. Google unterschrieb einen Brief, der Trump darum bittet, nicht aus dem Pariser Klimaabkommen auszutreten, Amazon sprach sich gegen das Einreiseverbot von Bürgern aus mehrheitlich muslimischen Ländern aus und Merck CEO Kenneth Frazier verließ Trumps Business Advisory Council nach den Ausschreitungen rechtsextremer Demonstranten in Charlottesville, Virginia.

Aflac fand durch die Umfrage heraus, dass 77 % der Konsumenten und 74 % der Anlageexperten zustimmen, dass ein Unternehmen zu Themen Stellung beziehen sollte, die den Menschen wichtig sind, wenn es als Führungsunternehmen gesehen werden will. 52 % der Konsumenten und 61 % der Anlageexperten gehen noch weiter und erwarten, dass Unternehmen auch zu umstrittenen Themen Stellung beziehen.

Trotzdem sind sich die Konsumenten nicht ganz sicher, wo Politik und Unternehmen zusammenlaufen. Auch wenn über die Hälfte der Befragten der Auffassung ist, dass Unternehmen Stellung beziehen sollten, stimmten 58 % der Konsumenten und 69 % der Anlageexperten auch der Aussage zu: „Unternehmen sollten sich um ihr Geschäft kümmern und Politik vermeiden“. Ziemlich widersprüchliche Angaben.

Wenn ein Unternehmen nicht Stellung beziehen will, dann gibt es andere von den Konsumenten akzeptierte Möglichkeiten, zu handeln. 57 % der Befragten sagten, an eine Gruppe zu spenden, die sich eines bestimmten Problems annimmt, macht ein Unternehmen verantwortungsbewusster und 53 % stimmten zu, dass die Gründung einer gemeinnützigen Organisation, um sich für eine Position oder ein Problem einzusetzen, auch eine Möglichkeit ist, Veränderungen zu bewirken.

„Wir nutzen diese Informationen nicht nur, um zu bewerten, wo Aflac bei Konsumenten und Investoren steht, sondern auch, um zu erkennen, was von verantwortungsvollen Unternehmen erwartet wird“, sagte Hernandez-Blades.

Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit FleishmanHillard durchgeführt, einer PR- und Marketing-Agentur und dafür wurden vom 2. bis 13. Juni 1.001 Amerikaner befragt, die mindestens 18 Jahre alt waren.

Brittany Jones-Cooper