Studie empfiehlt Betriebsvereinbarung im Kampf gegen sexuelle Belästigung

Ausführliche Verhaltensregeln und ein transparentes Beschwerdeverfahren im Betrieb können im Kampf gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz helfen. Wie die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung am Dienstag mitteilte, sind betriebliche Vereinbarungen ein wichtiges Instrument, um Handlungssicherheit zu schaffen. Zu den entscheidenden Elementen gehörten eine präzise Definition von sexueller Belästigung, Pflichtfortbildungen für Vorgesetzte, der Schutz mutmaßlicher Täter, bis sich die Vorwürfe bestätigen, sowie konkrete Sanktionen.

Die Stiftung verwies auf ein Projekt der Berliner Charité, in dem allgemeingültige Hinweise für solche Vereinbarungen erarbeitet wurden. Grundvoraussetzung ist demnach, dass es einen Personal- oder Betriebsrat gibt. Die Autorinnen der Studie werteten in Kooperation mit der Hans-Böckler-Stiftung 120 betriebliche Vereinbarungen aus dem öffentlichen Dienst, der Industrie und dem Dienstleistungssektor aus.

Ihr Fazit lautet den Angaben zufolge, die Definition von Belästigung aus dem Allgemeinen Gleichhandlungsgesetz zu übernehmen und auch Regeln für Unbeteiligte festzuhalten. Das fördere eine Kultur des Hinschauens. Hilfreich ist demnach etwa auch, bei Pflichtverletzungen Konsequenzen für die Vorgesetzten festzulegen.