Studie: Digitalisierung im Schulalltag oft noch nicht angekommen

Vier Milliarden ohne Internetzugang

Im Schulalltag spielt die Digitalisierung einer Studie zufolge oft noch keine große Rolle. Lehrer und Schulleiter begrüßten zwar grundsätzlich die neuen Technologien, für einen pädagogisch sinnvollen Einsatz fehle es jedoch an Konzepten, Weiterbildung und Infrastruktur, fasste die Bertelsmann-Stiftung das Ergebnis einer am Freitag veröffentlichten Studie zur digitalen Bildung zusammen.

Rund 90 Prozent der Schulleiter erwarten laut der Untersuchung, dass die Digitalisierung fester Bestandteil der Lehrerausbildung wird. Etwa 70 Prozent der Schulleiter und Lehrer sind demnach auch davon überzeugt, dass digitale Medien die Attraktivität der Schulen steigern. Zugleich glaubt weniger als ein Viertel (23 Prozent) der Lehrer, dass diese dazu beitragen, die Lernergebnisse der Schüler zu verbessern.

Laut der Studie setzen nur knapp zehn Prozent der Lehrer digitale Medien ein, "die kreatives, individuelles oder interaktives Lernen fördern". Die Pädagogen bemängeln in diesem Zusammenhang auch die technischen Rahmenbedingungen. So bemängeln drei Viertel der Lehrer (74 Prozent) unzuverlässige Medientechnik. Nur jeder Dritte ist mit der WLAN-Qualität zufrieden. Jeder Fünfte gibt an, es gebe an seiner Schule gar kein WLAN.

Die Bertelsmann-Stiftung forderte, stärker auf digitale Möglichkeiten zu setzen. "Digitalisierung darf für Lehrkräfte nicht als zusätzliche Belastung erscheinen, sondern sollte Teil der Lösung für ihre pädagogischen Herausforderungen sein", erklärte Stiftungsvorstand Jörg Dräger. Schulen nutzten das "pädagogische Potenzial des digitalen Wandels" noch nicht. Für die Untersuchung wurden rund 2000 Schüler, Lehrer, Schulleiter sowie Experten aus Politik und Verwaltung befragt.