Studie: Deutsche Wirtschaft bei wichtigen Rohstoffen stark abhängig von China

Die deutsche Wirtschaft ist einer Studie zufolge bei bestimmten Rohstoffen überdurchschnittlich stark von China abhängig. Bei Magnesium etwa beträgt der Anteil der chinesischen Importe über 50 Prozent, bei Seltenen Erden 45 Prozent, wie aus einer am Samstag veröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht. Das Institut warnte: "Auf dem Weg zur Unabhängigkeit von russischen Energieträgern könnte Deutschland sich in neue Abhängigkeiten zu China begeben."

Die Volksrepublik ist demnach der weltweit größte Magnesium-Exporteur; Magnesiummetall und Legierungen werden u.a. für den Flugzeug-, Fahrzeug- und Maschinenbau oder auch in der chemischen Industrie und Düngemittelherstellung verwendet. Besonders wichtig für die Produktion von Zukunftstechnologien wie Elektromotoren sind Rohstoffe, die unter die Kategorie der Seltenen Erden fallen. China ist der Hauptproduzent weltweit.

"Und die Abhängigkeit von China ist noch größer als sie auf den ersten Blick erscheint", heißt es in der Studie weiter: Der Anteil der Rohstoff-Weiterverarbeitung von China liege bei Lithium und Kobalt zwischen 50 und 70 Prozent und bei Seltenen Erden bei fast 90 Prozent.

Eine Analyse der EU-Kommission von 2020 zeigt laut Studie außerdem, dass im strategisch wichtigen Sektor Erneuerbare Energien die Abhängigkeit von China sehr hoch ist. So würden 65 Prozent der Rohstoffe für Elektromotoren aus China importiert, bei Windturbinen und Photovoltaikanlagen sei das Land mit über 50 Prozent Anteil führend bei den Rohstoffzulieferungen.

Zwischen Europa und China hätten sich in den letzten Jahren zwar ausgewogene Handelsbeziehungen eingestellt, so die Studie. Deutschland sei von chinesischen Vorleistungen aber stärker abhängig als andersherum. Auch der Absatzmarkt China spiele eine bedeutsame Rolle für unser Land.

ilo/cp

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