Studie: Deutsche Wirtschaft leidet stärker unter Bürokratie als Vergleichsländer

Container im Hafen von Hamburg

Die deutsche Wirtschaft leidet einer Studie zufolge stärker unter bürokratischen Hürden als vergleichbare Industrieländer. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) stellte am Donnerstag die Ergebnisse einer Untersuchung vor, wonach Deutschland auf einer Liste von 51 Ländern den 25. Rang belegt. Spitzenreiter sind demnach Neuseeland, Dänemark, Großbritannien, die USA und Australien.

Die Studie der IW Consult GmbH erstellte mehrere Szenarien: Gäbe es zehn Prozent weniger bürokratische Vorgaben, wäre das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 9,1 Milliarden Euro höher, hieß es. Wären außerdem die erforderlichen Verwaltungsschritte für eine Unternehmensgründung um zehn Prozent niedriger, gäbe es pro Jahr rund 5200 mehr Firmengründungen.

Gute Beispiele fand die Studie etwa in Großbritannien, das eine vorläufige Gesetzesfolgenabschätzung für die Wirtschaft eingeführt hat und rechtzeitig alle betroffenen Akteure in den Gesetzgebungsprozess einbindet. Die USA koppeln demnach das Inkrafttreten einer neuen Regelung an den Nutzen, und Estland ist durch die Einführung einer speziellen ID-Karte zur Vereinfachung der Kommunikation mit der Verwaltung Vorreiter beim E-Government.

Die VBW sieht vor allem beim Arbeits- und Steuerrecht in Deutschland "erhebliches Entlastungspotenzial". So könnten etwa die Aufzeichnungspflichten nach dem Arbeitszeitgesetz gestrafft und im Steuerrecht die Aufbewahrungspflichten verkürzt werden.