Studie: Deutsche Arbeitnehmer profitieren vom Freihandel

dpa-AFX

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Die Arbeitnehmer in Deutschland profitieren laut einer Studie unterm Strich vom Außenhandel. In einigen Branchen haben die Beschäftigten durch die Globalisierung jedoch auch ihre Jobs verloren, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mitteilte. Gewinner des Freihandels seien vor allem die Autobranche, Maschinenhersteller und Chemie-Unternehmen. Gelitten hätten die Schuh- und Möbelindustrie, Hersteller von einfachen elektrischen Geräten oder Bauelementen sowie von Rundfunk- und Fernsehgeräten, sagte am Dienstag IAB-Forscher Wolfgang Dauth.

Entscheidend sei der Saldo aus Ex- und Importen. Auch in der Kraftfahrzeugbranche werde in Deutschland viel aus dem Ausland importiert; dies werde durch die höheren Exporte jedoch überkompensiert. Gewinner und Verlierer der Globalisierung seien nicht einheitlich über das ganze Land verteilt. Beispielsweise der Rückgang der Schuhindustrie habe die gesamte Region Südwestpfalz in eine Schieflage gebracht.

Im Verarbeitenden Gewerbe bremsten die Handelsverflechtungen laut der Studie den Rückgang der Beschäftigung: Alleine der Handel mit Osteuropa und China habe gut 300 000 Industriejobs in Deutschland erhalten. Auch die Löhne seien in exportierenden Branchen gestiegen. In anderen Branchen dagegen hätten manche Beschäftigte durch die Importkonkurrenz ihre Jobs verloren. Ein Teil von ihnen musste nach vorübergehender Arbeitslosigkeit in den Dienstleistungssektor wechseln. Dies klappe jedoch nur relativ selten.