Studie belegt: Schafe können Gesichter erkennen

Die britischen Welsh-Mountain-Schafe können Gesichter identifizieren. (Bild: AP Photo)

Wissenschaftler der Universität Cambridge forschten an der Huntington-Krankheit und fanden Erstaunliches über Schafe heraus: Ob Barack Obama, Jake Gyllenhaal oder Emma Watson – die Schafe können berühmte Persönlichkeiten erkennen.

Bei einer Versuchsreihe, um die Gehirnkrankheit Chorea Huntington zu erforschen, nutzten Wissenschaftler der englischen Elite-Universität Cambridge ungewöhnliche Mittel: Sie testeten Schafe im Labor. Bei dem Versuch wurden die Welsh-Mountain-Schafe vor zwei Monitore gestellt und mussten entscheiden, auf welchem ein Prominenter gezeigt wird. Lag das Schaf mit seiner Entscheidung falsch, ertönte ein Buzz-Laut, hatte es recht, gab es Getreidehappen zur Belohnung. Die Bilder der Berühmtheiten wurden den tierischen Probanden im Vorfeld der Studie wiederholt gezeigt.

Das Ergebnis der Untersuchung überraschte die Wissenschaftler: In acht von zehn Fällen konnten die Schafe die Prominenten richtig identifizieren. Bei den für die Untersuchung hinzugezogenen Schafe handelte es sich nicht um gewöhnliche Tiere: 2006 hatten der Neurowissenschaftler Richard Faull und der Genetiker Russel Snell die Schafe mit einer Genmutation gezüchtet, die Huntington hervorruft.

Die Gehirnkrankheit löst bei Menschen oft unkontrollierte Muskelzuckungen aus, was als Folge der Zerstörung von Gehirnzellen gewertet wird. Im Endstadium kann die Krankheit zu umfassenden Störungen des Gefühlslebens und zu Demenz führen. Das Team aus Cambridge um die Neurobiologin Jenny Morton wollte nun über die Gesichtserkennung Erkenntnisse über die Hirnfunktion erlangen.

„Wir können die Schafe behandeln und anhand der Aufgaben überprüfen, wie gut sie über einen gewissen Zeitraum performen. Wir können erkennen, wie schnell sie lernen und was sie lernen“, so die britische Wissenschaftlerin gegenüber dem „Guardian“. So können neue Medikamente und ihre Nebenwirkungen getestet werden. Die Ergebnisse der tierischen Studie können auch den rund 8.000 Huntington-Erkrankten in Deutschland helfen.