Studie: Was Anleger von Aktien abhält

Die Deutschen schätzen Wertpapiere und Aktienfonds als aussichtsreiche Geldanlagen. Viele würden gerne an die Börse gehen, fürchten sich aber anscheinend vor Kontrollverlust.

Negative Nachrichten von den deutschen Aktienmärkten sind derzeit rar gesät. Der DAX dotiert monatlich auf neuem Allzeithoch, MDax und TecDAX stehen ihm in nichts nach. Ebenso regelmäßig wie es News zu neuen Höchstständen gibt, zeigen sich Börsen- und Aktienverbände verwundert, dass deutsche Anleger in Bezug auf Aktienmärkte eine bemerkenswerte Zurückhaltung zeigen. Im statistischen Mittel halten nur gut 15 % der Bundebürger Aktien oder Aktienfonds. Und das, obwohl vier von zehn Deutschen eine Geldanlage an der Börse „hochinteressant“ finden. Zu diesem Befund kommt eine Studie der Versicherungsgesellschaft AXA zum Thema „Anlageverhalten der Deutschen 2017“. 

Quelle: AXA (Paris: FR0000120628 - Nachrichten)

Bei den Männern vertritt sogar jeder Zweite diese Meinung. Unter Frauen sind Börsenspekulationen dagegen weniger beliebt. Nur 34 % gaben an, Geldanlage an der Börse für interessant zu halten. 

Aktien und Aktienfonds mit Bestbewertungen
Besonders starke Ertragschancen sehen die Deutschen in Aktienfonds. Jeder fünfte Befragte schätzt, dass sich mit Aktienfonds am wahrscheinlichsten ein Vermögen aufbauen lässt. Mit großem Abstand folgen in dieser Liste Immobilienfonds (10 %) und einzelne Aktienwerte (7 %). Nach wie vor beliebt bei den Deutschen ist das Sparbuch, das sechs Prozent der Deutschen als geeignetstes Mittel zum Vermögensaufbau einschätzen. Damit bekam das Sparkonto doppelt so viele Stimmen wie ETFs (Shenzhen: 395013.SZ - Nachrichten) und Rentenfonds (jeweils 3 %). Die schlechteste Vermögensbildung erwarten die Deutschen aktuell von Anleihen. 

Quelle: AXA

Grundsätzliche Vorbehalte gegenüber Finanzbörsen hegt die Minderheit der Deutschen. Insgesamt 30% lehnen ein Investment an der Börse kategorisch ab. Die Quote in Ostdeutschland liegt dabei mit 36 % gut acht Prozentpunkte über der westdeutschen. Als „unseriös“ stuft immerhin jeder siebte Befragte ein Börseninvestment ein. 

Grund für die Zurückhaltung beim Gang an die Börse ist das Gefühl mangelnder Kontrolle Einerseits ist unter Deutschen die Meinung weit verbreitet, an Börsen könnten nur Experten Geld verdienen. Vier von zehn Deutschen würden gern an der Börse investieren, lassen es aber, weil sie der Überzeugung sind, dass ihnen das nötige Fachwissen fehlt, um an der Börse erfolgreich zu sein (Männer 43 %, Frauen 38 %). Diese Einschätzung spiegelt sich auch in der Zustimmung zur Aussage wieder, eine Geldanlage in börsengehandelte Wertpapiere überlasse man besser Experten. Sechzig Prozent der Gesamtbevölkerung denken so. Unter den Teilnehmerinnen der Befragung waren es sogar knapp zwei Drittel. Andererseits denken 58 % der Befragten, an der Börse lauerten unkontrollierbare Risiken. Fast (Shanghai: 600391.SS - Nachrichten) die Hälfte (46 %) sieht keinen Unterschied zwischen dem Risiko eines Börseninvestments und dem Gang ins Spielcasino. Fast ebenso viele (45 %) hängen dem Glauben an, das Verlustrisiko einer Börsenanlage liege nach 20 Jahren über 50 %. In der Konsequenz gaben 54 % der Deutschen zu Protokoll, nur dann an der Börse investieren zu wollen, wenn sie eine Garantie für ihre Geldanlage erhalten.

Quelle: AXA

Bedingung für ein erfolgreiches Investment ist nach der Überzeugung der Mehrheit (86 %) vor allem ein gutes Anlageprodukt. Als (Düsseldorf: CP4.DU - Nachrichten) zweites entscheidendes Kriterium nannten die Befragten Geduld (83 %). Tiefgehendes Wissen über Geld- und Finanzmärkte (81 %) schätzten die Deutschen ebenfalls als „wichtig“ oder „sehr wichtig“ ein. Gut 61 % der Interviewten hält schlichtes „Glück“ für den entscheidenden Faktor.

Quelle: AXA

Im Oktober hatte die AXA in Kooperation mit dem 2103 Interviews geführt und ausgewertet. Befragt wurde die Wohnbevölkerung in allen 16 Bundesländern. Zur Ableitung der gesamtdeutschen Aussagen wurden die Ergebnisse entsprechend der Einwohnerstärke gewichtet.


Die Bundesländer-Auswertung finden Sie hier als PDF.



(DW)