Studie: Vor allem Gutverdiener wurden seit 2017 steuerlich entlastet

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Debatte um Vorgehen gegen Steuerbetrug (AFP/INA FASSBENDER)

Die Bundesregierung hat in der zurückliegenden Legislaturperiode die Bürgerinnen und Bürger insgesamt steuerlich entlastet. Ohne diese Maßnahmen wäre das durchschnittliche Haushaltseinkommen 2021 um 444 Euro im Jahr oder 1,2 Prozent niedriger gewesen, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie des ifo-Instituts. Überproportional entlastet wurden Gutverdienerinnen und Gutverdiener sowie Familien mit Kindern.

Den größten Effekt hatte demnach die Abschaffung des Solidaritätszuschlags für die große Mehrheit der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler: "Mit Blick auf die reale Einkommensentwicklung entlastete vor allem die Rückführung des Solidaritätszuschlags viele private Haushalte", erklärte der ifo-Forscher Maximilian Blömer. Die Effekte anderer steuerpolitischer Maßnahmen seien demgegenüber eher gering gewesen.

Obwohl Bezieherinnen und Bezieher sehr hoher Einkommen weiter den Solidaritätszuschlag zahlen müssen, profitierten von den Beschlüssen von Union und SPD Wohlhabende stärker als Menschen mit niedrigeren Einkommen. "Die Steuerpolitik der Bundesregierung hat daher nur zu einer schwachen Verringerung der Ungleichheit und Armut geführt", erklärte Blömer.

Die zehn Prozent mit den höchsten Äquivalenzeinkommen wurden laut der ifo-Studie im Jahr durchschnittlich um 1192 Euro oder 1,3 Prozent entlastet, die zehn Prozent mit den niedrigsten Äquivalenzeinkommen hingegen um 81 Euro oder 0,7 Prozent. Die übrigen Gruppen lagen dazwischen mit Ausnahme des zweit- und dritthöchsten Dezils, die prozentual stärker entlastet wurden als das höchste.

Überproportional stark profitierten zudem auch Haushalte mit Kindern, für die unter anderem das Kindergeld erhöht wurde. Der Vorteil war dabei umso größer, je mehr Kinder zu einem Haushalt gehörten. Für ein Paar mit Kindern betrug die durchschnittliche Entlastung über alle Einkommensgruppen hinweg laut ifo-Institut 1,5 Prozent, bei vier und mehr Kindern 2,4 Prozent.

bk/cha

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