Studie: Öffentlicher Dienst hat bei Gehaltsniveau aufgeholt

Die Gehälter im öffentlichen Dienst haben einer Studie zufolge in den vergangenen Jahren gegenüber der Privatwirtschaft spürbar aufgeholt. Seit 2008 seien die Tarifverdienste im öffentlichen Dienst um 28,5 Prozent gestiegen, in der Gesamtwirtschaft aber nur um 25,3 Prozent, zitierte die "Rheinische Post" (Montagsausgabe) aus der Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Am Montag beginnen die Tarifverhandlungen für die rund 2,3 Millionen Angestellten der Kommunen und des Bundes. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, der Deutsche Beamtenbund, GEW und GdP fordern sechs Prozent mehr Lohn.

Durch weitere Nebenforderungen summiert sich die Forderung nach Verdi-Angaben auf sieben Prozent und eine Gesamtsumme von sechs Milliarden Euro. Bund und Kommunen weisen die Forderung ungeachtet sprudelnder Steuereinnahmen als überzogen zurück.

Laut IW-Tarifexperte Hagen Lesch kommt es beim Gehaltsvergleich zwischen öffentlichem Dienst und der Privatwirtschaft auf den Zeitraum an. Beim Gehaltsniveau zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung als Ausgangswert hinke der öffentliche Dienst der Gesamtwirtschaft um elf Prozent hinterher. "Beginnt man die Rechnung erst im Jahr 2000, schmilzt die Differenz allerdings auf magere 1,1 Prozentpunkte", zitierte ihn die "Rheinische Post".