Studentenwerk fordert Hochschulsozialpakt

Auf ihrer Jahresversammlung haben die rund 150 Delegierten des Deutschen Studentenwerks (DSW) bessere Rahmenbedingungen rund ums Studium gefordert. Zentrale Forderung ist ein Hochschulsozialpakt, für den Bund und Länder in den kommenden vier Jahren insgesamt 2,45 Milliarden Euro bereitstellen sollen, wie das DSW am Mittwoch mitteilte. Weitere Schwerpunkte der Hauptversammlung in Berlin waren Forderungen nach bezahlbarem Wohnraum und höheren BAföG-Sätzen.

Mit dem Hochschulsozialpakt sollen Wohnheime, Mensen und Beratungsangebote finanziert werden. "Eine gemeinsame Bund-Länder-Anstrengung für die Studenten- und Studierendenwerke ist längst überfällig", erklärte DSW-Präsident Dieter Timmermann. Insgesamt 1,25 Milliarden Euro sollen in den Neubau und die Sanierung von Studentenwohnheimen investiert werden, erklärte er.

"Die Wohnungsmärkte in vielen Hochschulstädten sind überhitzt", erklärte DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde. In vielen Städten gebe es kaum noch bezahlbaren Wohnraum für Studenten. Deshalb müsse sich der Bund finanziell an Bauprogrammen für Wohnheime beteiligen.

Timmermann kritisierte außerdem den Rückgang der BAföG-Zahlungen. "Wir haben so viele Studierende wie noch nie, aber nur noch 18 Prozent BAföG-Geförderte - das ist ein historischer Tiefstand" erklärte er. Von der Bundesregierung forderte er höhere Bedarfssätze, weil die derzeitigen Beträge kaum der Lebensrealität der Studenten entsprächen.

Viele Studenten seien deshalb auf Nebenjobs angewiesen. Andere trauten sich gar nicht erst, BAföG zu beantragen. "37 Prozent der Studierenden mit niedriger Bildungsherkunft stellen aus Angst, sich zu verschulden, erst gar keinen BAföG-Antrag", kritisierte Timmermann.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Kai Gehring unterstützte die DSW-Forderungen. "Studierende brauchen einen Platz in der Mensa, bezahlbares Wohnen und eine auskömmliche Studienfinanzierung", erklärte er. Der scheidenden Bundesregierung warf er vor, "zu wenig gegen schlechte Studienbedingungen getan" zu haben.