Strom-Netzentgelt in Ostdeutschland sinkt

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Haushalte in Ostdeutschland müssen künftig weniger für den Überlandtransport ihres Stroms bezahlen. Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz kündigte am Freitag an, das sogenannte Netzentgelt im kommenden Jahr voraussichtlich um 11 Prozent zu senken. Weil das Stromnetz ausgebaut wurde, müsse weniger Geld ausgegeben werden, um Engpässe zu überwinden, hieß es zur Begründung. Für die Kunden bedeutet das aber nicht zwangsläufig, dass die Stromrechnung niedriger ausfällt. Das Entgelt für das Übertragungsnetz macht nur vier Prozent des Betrags aus, hinzu kommen Kosten für das Verteilnetz in der Gemeinde, Steuern, Abgaben und der Strom selbst.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) äußerte sich dennoch erfreut. "Endlich ist der Anstieg der Stromnetzentgelte durchbrochen und der Netzausbau zeigt die lange erwartete Wirkung", teilte er mit. Im Norden und Osten Deutschlands waren die Entgelte zuletzt besonders hoch, weil damit neue Leitungen gebaut werden, um Ökostrom in den Süden und Westen zu transportieren. Erst im Juli hat der Bundesrat beschlossen, dass die Netzentgelte bundesweit angeglichen werden. Der süd- und westdeutsche Netzbetreiber Tennet hatte kürzlich angekündigt, seine Netzentgelte zum Jahreswechsel zu erhöhen.