Strom & Gas – für Wechsler günstig wie lange nicht

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: gettyimages)

Tarife vergleichen und den Anbieter wechseln, kann eine Menge Geld sparen, das weiß inzwischen fast jeder. Doch jetzt ist der Zeitpunkt besonders lohnenswert. Beim Strom und Gas sind die Tarife für Neukunden so günstig wie seit fünf Jahren nicht mehr, so Stiftung Warentest. Viele Verbraucher können locker mehrere Hundert Euro sparen.

Mitte dieses Jahres rief Stiftung Warentest Verbraucher auf, ihre Vertragsunterlagen zu Strom- und Gasanbietern einzusenden. Die Verbraucherschützer wollten herausfinden, welche Anbieter für Kunden die Tarife erhöhen, die nicht jährlich wechseln.

„Einige Stromfirmen änderten wenig oder gar nichts. Andere schlugen dagegen 30 Prozent auf. Kunden mit Erhöhungen dieser Größenordnung sollten sofort wechseln. Das bringt locker einige Hundert Euro“, so die Experten.

Die Ergebnisse der Untersuchung überraschten selbst die Marktbeobachter. Bequeme Kunden, die nicht wechseln wollen, werden von ihren Anbietern mit saftigen Preiserhöhungen abgestraft. So hoben die Anbieter Fuxx und Grünwelt Energie fürs zweite Vertragsjahr den Tarif um 32 Prozent, mainnova um 23 Prozent, Maingau um 20 Prozent und Elogico sogar um 34 Prozent an.

Raus aus der Grundversorgung

Vor allem diejenigen, die nach wie vor in der Grundversorgung stecken, sollten über den Wechsel nachdenken, rät Stiftung Warentest

Auch Haushalte mit Grundversorgungs-Gasanschluss sollten Ausschau nach besseren Angeboten halten, raten die Experten. Zwei Tariftypen stehen zur Wahl. Für alle, die jedes Jahr neu vergleichen und dann eventuell wieder wechseln, seien die Bonustarife lohnenswert. Die locken Kunden im ersten Vertragsjahr mit hohen Boni, sind im Folgejahr dann aber sehr viel teurer.

Wer es bequemer mag, solle nach flexiblen Tarifen schauen, deren Arbeits- und Grundpreis günstig sind. Bei diesen Angeboten gibt es meist keine Neukundenboni, ab dem zweiten Jahr ist der Vertrag jedoch monatlich kündbar.

Mehr sparen diejenigen, die auf die Bonustarife setzen und jedes Jahr neu vergleichen. Die Verbraucherschützer legten für ihre Berechnungen Stromkunden in Berlin zugrunde, die noch in der Grundversorgung stecken und einen Verbrauch von 3.500 kWh jährlich haben.

In der Grundversorgung liegt der Tarif bei 1.141 Euro. Nach dem Wechsel zum derzeit günstigsten Bonustarif-Anbieter BEV/Strom 25 kostet das gleiche Strompaket nur 759 Euro, macht eine Ersparnis von 382 Euro. Wer dagegen einen flexiblen Tarif wählt, kann in Berlin derzeit beim Anbieter Logo!/LogoStrom Clever nur 249 Euro sparen.

Beim Gas sind die Ersparnisse fast doppelt so hoch, der Unterschied zwischen Bonustarif und flexiblem Tarif aber niedriger: Ein Berliner Haushalt, der mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh aus der Grundversorgung zu Strogon/Gas Fest Plus (Bonustarif) wechselt, zahlt pro Jahr statt 1.338 Euro nur noch 738 Euro. Das macht eine stolze Ersparnis von 600 Euro. Beim günstigsten flexiblen Tarif lassen sich beim Wechsel aus der Grundversorgung mit dem Anbieter Maingau/Gas Regio 514 Euro sparen.

Kündigt ein Anbieter Preiserhöhungen an, könne es sich manchmal auch lohnen, nach günstigeren Tarifen zu fragen. „Vergleichen Sie aber Preis, Laufzeit und Preisgarantie seines Angebots mit anderen aktuellen Tarifen, bevor Sie sich entscheiden“, rät Stiftung Warentest.

Den vollständigen Bericht von Stiftung Warentest zum Thema „Strom und Gas“ finden Sie hier (kostenpflichtig).

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