Stroll nach Platz neun richtig frustriert: "Das war fürchterlich!"

Norman Fischer
·Lesedauer: 3 Min.

Wie gewonnen, so zerronnen: Während sich Teamkollege Sergio Perez zumindest noch über den zweiten Platz freuen konnte, herrschte bei Lance Stroll nach Platz neun im Grand Prix der Türkei Frust. Der Kanadier hatte die erste Rennhälfte von der Pole-Position weg bestimmt, doch in der zweiten Rennhälfte ging bei ihm gar nichts mehr.

"Ich weiß nicht, was passiert ist. Ich verstehe es nicht", ärgert er sich. Stroll hatte auf Regenreifen zeitweise einen Vorsprung von zehn Sekunden herausgefahren, doch als er auf die Intermediates gewechselt war, verlor er mit der Zeit stark an Boden. "Wir hatten so viel Graining auf dem ersten Satz Intermediates, dass wir entschieden haben, noch einmal an die Box zu kommen."

"Wir haben pro Runde mehrere Sekunden verloren", wundert er sich. Der Vorsprung auf Perez war schnell weg, genau wie der Vorsprung auf Lewis Hamilton, der innerhalb von drei Runden acht Sekunden gutmachte. "Ich weiß nicht, wo das Graining herkam. Es war einfach plötzlich da."

Doch als sich Stroll nach 36 Runden erneut einen Satz frische Intermediates abholte, hatte er das gleiche Problem: Sofort setzte Graining ein. "Enorm. Ich hatte überhaupt keine Pace", sagt er. "Das müssen wir uns anschauen, denn das war ziemlich fürchterlich."

Pro Runde 2,4 Sekunden verloren

Auf Platz vier kam Stroll wieder auf die Strecke, knapp 20 Sekunden hinter Perez. Schnell wurde er aber von der Konkurrenz geschluckt: Sebastian Vettel, Charles Leclerc, Carlos Sainz, Max Verstappen, Alexander Albon und Lando Norris gingen alle an ihm vorbei und ließen ihn bis auf Rang neun nach hinten rutschen.

Sein Rückstand im Ziel: Eine Minute und zwölf Sekunden. Das bedeutet, dass Stroll in den 22 Runden nach seinem Boxenstopp rund 53 Sekunden auf Lewis Hamilton und dessen alte Intermediates verloren hat - also pro Runde 2,4 Sekunden. Selbst auf Teamkollege Perez verlor er im Durchschnitt eine Sekunde - und auch der Mexikaner war auf den alten Reifen draußen geblieben.

Dennoch sieht Teamchef Otmar Szafnauer keinen Fehler in der Taktik des Teams: "Es war schwierig, die Bedingungen einzuschätzen, aber wir haben die richtige Entscheidung getroffen, Lance noch einmal Intermediates zu geben, anstatt auf Slickbedingungen zu warten, die niemals gekommen sind", sagt er.

Stroll: "Einfach frustrierend ..."

Doch das half dem Kanadier am Ende nichts. "Es ist einfach frustrierend, dass du das Rennen mit zehn Sekunden Vorsprung anführst und dann plötzlich nur Neunter wirst. Ich verstehe nicht, wie das passieren kann", hadert er.

"Ich mein, klar, es ist Graining, aber wir müssen schauen, wieso es mich so viel härter getroffen hat als das andere Auto. Ich weiß nicht wieso." Doch das hat das Team ohnehin vor: "wir müssen schauen, warum Lance so große Probleme auf neuen Intermediates hatte, denn das hat ihn davon abgehalten, mit 'Checo' auf dem Podium zu stehen", so Szafnauer.

Trost gab es zumindest von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: "Er war solide in Front und niemand hätte ahnen können, dass die Performance der neuen Intermediates so abfällt", sagt der Österreicher. "Es ist schade, dass er das so erfahren musste, aber sie haben an diesem Wochenende einen fantastischen Job geliefert."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.