Bayern-Bonus? Elfer von Lewandowski sorgt für Empörung

Johannes Fischer, Martin Volkmar, Stefan Kumberger
Robert Lewandowski verwandelte den strittigen Elfmeter souverän

Das Thema Videobeweis hält Fußball-Deutschland weiter in Atem.

Nachdem an den vergangenen Spieltagen bereits zahlreiche zweifelhafte Entscheidungen kritisiert worden waren, kam es beim Auftakt des 6. Spieltags in der Bundesliga zwischen dem FC Bayern und dem VfL Wolfsburg (2:2) zum nächsten streitbaren Fall.


In der 32. Minute sprach Referee Christian Dingert den Gastgebern einen Foulelfmeter zu, nachdem Marcel Tisserand Bayern-Stürmer Robert Lewandowski am Trikot gezupft hatte und dieser zu Fall kam. 

Nach dem Schlusspfiff sprach Maximilian Arnold von einem "Bayern-Bonus" und echauffierte sich über die strittige Szene.

"Haben Sie den Elfmeter gesehen?", entgegnete der Wolfsburger Mittelfeldspieler im Gespräch mit SPORT1. "Und haben Sie den Elfmeter im Spiel gegen Leverkusen gesehen?"

"Immer das selbe bei Bayern München"

"Es ist immer das selbe bei Bayern München", so Arnold, der seine Wölfe klar im Nachteil sieht: "Mario Gomez wurde gegen Borussia Dortmund mit voller Wucht hinten rein gehüpft, da gab es angeblich auch den Videobeweis - und es kam nichts."

Er werde es aber nicht ändern können, so der U21-Europameister abschließend.

Auf Nachfrage von SPORT1 wollte Thomas Müller das so nicht stehen lassen.

"Ich habe die Szene noch nicht gesehen. Aber es gibt sicher viele Situationen im Strafraum, die bei uns auch nicht gepfiffen werden", sagte der Bayern-Spieler.

Kritik von Effenberg und Sammer

Stefan Effenberg, der in seiner aktiven Karriere für beide Vereine die Fußballschuhe schnürte, sprach bei Eurosoprt ebenfalls von einer "glasklaren Fehlentscheidung". Auch Ex-Bayern-Sportchef Matthias Sammer konnte die Entscheidung nicht nachvollziehen.

"Fußball ist ein Kontaktsport, deswegen darf solch ein Zupfer niemals zu einem Elfmeter führen", erklärte Sammer: "Bei solch einem klaren Fall muss der Videoschiedsrichter eingreifen."

Dingert hatte offenbar kurzen Kontakt zu Videoschiedsrichter Marco Fritz in Köln, doch er revidierte seine Entscheidung nicht.

Robert Lewandowski verwandelte den Strafstoß souverän zum 1:0 für den Rekordmeister.