Strengere Kapitalregeln könnten am 7. Dezember beschlossen werden


Nach jahrelangem Streit stehen die internationalen Bankenaufseher unmittelbar vor einer Einigung auf strengere Kapitalregeln. Nachdem sich der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht im Oktober auf einen Kompromissvorschlag für ein Reformpaket geeinigt hatte, das in der Branche „Basel IV“ genannt wird, soll nun in Kürze das Aufsichtsgremium des Ausschusses darüber abstimmen.

Dies könnte noch in diesem Jahr geschehen, sagten mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen dem Handelsblatt. Die Chefs von Notenbanken und Aufsichtsbehörden (GHOS) wollten dafür am 7. Dezember zusammenkommen. Das ist ein starkes Signal. Der Vorsitzende von GHOS, EZB-Präsident Mario Draghi, werde erst dann einen Termin anberaumen, wenn er sicher sei, dass es auch eine Einigung gibt, hatten Insider zuvor gesagt.

Die USA und Europa hatten jahrelang über die Basel-Regeln gestritten. Erst im Vorfeld der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) hatten die Aufseher einen Kompromiss gefunden. Der Streit drehte sich um die Frage, wie viele Freiheiten Banken künftig bei der Kalkulation ihrer Risiken haben dürfen.

Wenn sie dafür bankeigene Modelle anstelle von einer Standardmethode verwenden, können sie bislang sehr viel Eigenkapital sparen. Diese Einsparmöglichkeiten sollen nun beschnitten werden. Der Kompromissvorschlag begrenzt die Kapitalersparnis, die gegenüber der Standardmethode maximal möglich sein soll, auf 27,5 Prozent.