Streit um Flexi-Wings: Red Bull kontert Mercedes-Drohung

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Streit um Flexi-Wings: Red Bull kontert Mercedes-Drohung
Streit um Flexi-Wings: Red Bull kontert Mercedes-Drohung

Besser konnte die Laune von Red Bull-Chefberater Helmut Marko (78) auch zwei Tage nach Max Verstappens Sieg beim Klassiker in Monte Carlo nicht sein. (Formel-1-Rennkalender)

Red Bull führt seit 2013 erstmals wieder die WM-Wertung bei Fahrern und Konstrukteuren an. Sebastian Vettel (33) war der letzte Pilot des österreichischen Kult-Rennstalls, dem das 2013 gelang.

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Trotzdem brauen sich dunkle Wolken über Red Bull zusammen. Die Wolken kommen von Mercedes. Das Team von Weltmeister Lewis Hamilton droht damit, gegen die Wertung des kommenden Rennens in Baku zu protestieren, wenn Red Bull weiterhin seinen flexiblen Heckflügel einsetzt.

Hintergrund: Die FIA hat ab dem 15. Juni schärfere Tests angekündigt. Erst zum GP von Frankreich muss Red Bull demnach einen Heckflügel präsentieren, der nicht mehr so wie bisher "einknickt", um den Luftwiderstand auf der Geraden zu verringern und den Topspeed so zu erhöhen.

Wolff: "Dann wird's schmutzig"

Wie SPORT1 bereits vergangene Woche berichtet hatte, will Mercedes das aber nicht akzeptieren. Teamchef Toto Wolff fordert eine sofortige Änderung schon für das Rennen auf dem Stadtkurs in Baku, weil der die längste Gerade aller Formel-1-Rennstrecken hat. Möglicher Zeitgewinn dank der flexiblen Spoiler: rund 0,5 Sekunden.

Wenn Red Bull den Heckflügel einsetzen sollte, warnt Wolff, "dann wird das angesichts des Vorteils, den das bedeutet, zu den Stewards gehen. Und wenn die Stewards dafür nicht ausreichen, dann geht das zum Internationalen Berufungsgericht weiter. Daher glaube ich, dass die FIA das Thema vor Baku regeln wird. Wenn nicht, wird's schmutzig!"

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Marko hat kein Verständnis dafür. Der Grazer zu SPORT1: "Wir ändern unseren Flügel, damit er wie gefordert zum von der FIA geforderten Zeitpunkt die neuen Tests besteht. Aber bis Baku geht das nicht. Das schaffen wir zeitlich nicht, weil wir das gesamte Heck anpassen müssen. Man kann nicht einfach nur einen neuen Flügel bauen."

Red Bull droht

Was den Österreicher nervt: "Es gehört in der Formel 1 dazu, dass die Teams genau hinschauen, wenn die Konkurrenz etwas Besonderes am Auto hat. Das haben wir auch gemacht, als Mercedes im vergangenen Jahr mit dem innovativen DAS-System um die Ecke kam. Die FIA hat das System für nicht legal erklärt, trotzdem durften sie es noch bis zum letzten Rennen einsetzen. Das haben wir akzeptiert. Warum akzeptiert Mercedes jetzt nicht, dass das genauso mit unserem Heckflügel gemacht wird?"

Marko droht jetzt: "Wir erwarten, dass jetzt auch die Tests für die Frontflügel verschärft werden, das ist nur gerecht. Denn besonders der Frontspoiler von Toto Wolffs Team (Mercedes-Teamchef; Anm. d. Red.) ist in diesem Bereich der größte Wackelkandidat. Da liegt auf jeden Fall auch Protestpotential."

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Dass Mercedes wirklich gegen das Ergebnis von Baku protestiert, glaubt der Doktor der Rechtswissenschaft indes nicht. "Mercedes müsste gegen acht Autos protestieren. Denn neben uns sind auch Ferrari, Alfa Romeo und Alpine betroffen. Wollen sie das wirklich tun und damit für einen großen Skandal sorgen? Ich denke nicht."

Feststeht: Die Antwort gibt es erst im Rahmen des Rennens in Baku am übernächsten Sonntag (6. Juni).

Bis dahin kontert Wolff: "Das sind Nebelgranaten: Unser Frontflügel verbiegt sich genau wie der von Red Bull. Der Heckflügel ist eindeutig. Wir und Aston Martin haben die klare Position, dass das nicht dem Regelwerk entspricht."

Zur Formel 1 gehört eben auch die Politik.