Streit über Sanierung spitzt sich zu

Arbeitnehmervertreter fordern „endlich zufriedenstellende Vorschläge“: Vor den heutigen Verhandlungen über die Sanierung von Opel haben sich die Fronten zwischen Betriebsrat, IG Metall und Management verhärtet.

„Wir akzeptieren für die bestehenden und von PSA anerkannten, übernommenen und rechtskräftigen Tarifverträge keine nachgereichten Bedingungen des Managements“, schrieb die IG Metall im Betriebsrat am heutigen Freitag an die Opel-Beschäftigten. Am gestrigen Donnerstag hatte Opel-Chef Michael Lohscheller in einem Brief an die Mitarbeiter gefordert, die Arbeitskosten zu verbessern und die im April anstehende Tariferhöhung über 4,3 Prozent „für die Zeit der Verhandlungen auszusetzen“. Beide Briefe liegen der WirtschaftsWoche vor. Doch der Forderung Lohschellers treten die Arbeitnehmervertreter jetzt erneut entschieden entgegen: „Die Tariferhöhung muss beginnend mit dem Monat April umgesetzt werden“, fordern sie.

Man sei aber bereit, „nach Erfüllung der bestehenden Tarifverträge über neue Tarifverträge für die Zeit nach 2020 in konstruktive Verhandlungen einzutreten“, heißt es weiter in dem Brief des Betriebsrats. Das Management sei jetzt in der Bringschuld. Denn „nach monatelangen Verhandlungen liegen bis heute keine zufriedenstellenden Vorschläge für die gleichwertige Erfüllung der Produkt- und Projektzusagen aus den Tarifverträgen für die Entwicklung und die Werke auf dem Tisch“. Der Betriebsrat fordert einen langfristig angelegten Opel-Zukunftsplan samt Kündigungsschutz sowie zukunftsträchtiger Produkte und Projekte. Man erwarte hierzu „endlich verhandlungsfähige Aussagen“, die man in den heutigen Gesprächen „nachdrücklich einfordern“ werde.

Opel wollte sich zu Inhalt des Mitarbeiterbriefs nicht äußern, Lohscheller sagte aber gestern, dass man bereits mehrfach betont habe, auch in Deutschland investieren zu wollen. „Die Voraussetzung für umfangreiche Investitionen ist Wettbewerbsfähigkeit an den Standorten Eisenach, Kaiserslautern und Rüsselsheim.“